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Schon früh waren die Vorbereitungen für die Ferienfahrt des De Kull Jugendzentrums abgeschlossen. Nachdem wir in den Osterferien 2010 eine schöne Zeit auf dem Ijssellmeer hatten, wollten wir für die Osterferien 2011 eine Ferienfahrt auf festem Boden anbieten. Schnell war das De Kull Camp geboren. Wir organisierten eine Reise zum Sorpesee und buchten ein erlebnispädagogisches Programm der Mosaik Erlebnispädagogik GmbH.
Am Montag den 18.04. traf sich eine bunt gemischte Truppe von 10 Jugendlichen und 2 Betreuern und machte sich auf den Weg in Richtung Sauerland. Das Navi leitete uns über Autobahnen, Fahrradwege, Bahntrassen und Sackgassen schließlich zum Jugendcampingplatz am Sorpesee. Schnell wurden die Häuser bezogen, das Haupthaus der Betreuer bestimmt, und die große Masse an Lebensmitteln verstaut. Das Haupthaus wurde zum Treffpunkt für alle Aktivitäten und vor allem auch zum Essen. Das Betreuerteam versuchte sich in jugendlicher unausgewogener Küche und konnte mit dem einen oder anderen Schmankerl durchaus überzeugen. Vor allem das neu entdeckte Bärlauch konnte mit Hilfe der Küchencrew einen Wiedereinzug in die gut bürgerliche Küche feiern.
Jeden Tag standen erlebnispädagogische Aktivitäten auf dem Programm. Am ersten Tag überzeugte die Reisegruppe in einem fairen Bogenschieß-Wettkampf, in dem eine ruhige Hand und Fingerfertigkeit bewiesen werden mussten. Am zweiten Tag machten wir uns vormittags auf zum Teamparcours. Hier wurden verschiedene Aufgaben gestellt, die von der Reisegruppe in Teamarbeit erledigt werden mussten. Gar nicht so einfach, letztendlich aber dann doch erfolgreich. Im Nachmittag ging es dann auf einer Kanutour über den Sorpesee. Wir paddelten in die Piratenbucht, machten ein Rennen über den See und fanden schließlich einen „runden“ Abschluss in der Sündenbucht. Auf der Tour erzählte unser Anleiter einige Anekdoten über den Sorpesee, die durchaus zum Staunen anregten. Am interessantesten war sicherlich die Tatsache, dass der See nach dem Zweiten Weltkrieg leer gepumpt wurde, um Blindgänger (Bomben, die nicht gezündet haben), die in den See gefallen waren, wieder zu entfernen. Das Wiederauffüllen des Sorpesees durch natürliche Zuflüsse dauerte anschließend sechs Monate.
Am 3. Tag stand dann vormittags Floßbau auf dem Programm. Aufgabe war es für drei Teams, in zwei Stunden mit möglichst wenigen Materialien ein schwimmendes und möglichst effizientes Floß zu bauen. Als Grundausstattung standen 12 Holzbalken, 6 Kanister und Schnur zur Verfügung. Die 3 Teams machten sich motiviert an die Arbeit und die Ergebnisse konnten sich durchaus sehen lassen. Das augenscheinliche Siegerfloß musste sich allerdings früh geschlagen geben, da kurioserweise eine Abdeckung auf einem Plastikkanister fehlte und das Team in den Sorpesee sank. Auf dem Floß des zweiten Teams fand leider nur eine Person Platz und so gewann das Floß der Betreuer den Wettbewerb ;-).
Am Nachmittag des 3. Tages machten wir uns dann auf in den Hochseilgarten. Dort wurden sehr schwierige Aufgaben, zu zweit oder aber mit der ganzen Gruppe zu lösen. Es ist schon beeindruckend, wenn man in 15 Meter Höhe auf einem wackeligen Holzbalken steht und die einzige Stütze eine andere Person ist, die gegenüber ebenfalls auf einem wackeligen Holzbalken ist, und man dann zu zweit auch noch eine Strecke von ca. 10m auf diesem Balkengebilde zurücklegen muss. Besonderer Beliebtheit erfreute sich die Riesenschaukel, in die man hochgezogen wurde und man sich dann aus 15-20m Höhe selbst lösen musste. Nach dem Lösen flog man in Achterbahnmanier Richtung See.
Am 4. Tag war dann der Programmpunkt GPS Orientierungsmarsch an der Reihe. Zwei Gruppen erhielten jeweils zwei GPS-Geräte und hatten die Aufgabe, bestimmte Koordinaten zu finden. An diesen Koordinaten befanden sich Dinge, die aufzuspüren waren. Am ersten Koordinationspunkt unweit der Mosaik-Basis begegneten sich beide Teams direkt, obwohl ein Team 15 Minuten Vorsprung hatte. Am ersten Punkt fand sich ein Rucksack gefüllt mit Wasserflaschen und laut Aussage des ersten Teams auch Bifis. Nun trennten sich die Wege der beiden Gruppen und es ging querfeldein über Steppen und durch Wälder. Die verschiedenen Koordinaten waren ca. 1,5 – 2 KM voneinander entfernt. Beide Gruppen hatten verschiedene Koordinaten. Am ersten Wegpunkt fand die zweite Gruppe Folienkartoffeln, und wir ahnten, worauf das ganze hinaus laufen würde. Die zweite Gruppe nutzte die erste Fundstelle, um eine kleine Pause einzulegen und die im Rucksack befindlichen Bifis zu Essen. Allerdings waren wieder keine Bifis in dem Rucksack.
Schnell machte sich Ärger breit, denn die Ahnung war, dass die erste Gruppe die Bifis heraus genommen hatte, bevor die zweite Gruppe am Rucksackpunkt angekommen war. Mit Wut im Bauch marschierte die zweite Gruppe also querfeldein und kam satte 45 Minuten vor der ersten Gruppe am Zielpunkt an. Mittlerweile hatte man. Holz, Streichhölzer, Folienkartoffeln und kleines Brennholz gefunden. Am Zielpunkt wurde dann klar, dass nie Bifis in irgendeinem Rucksack gewesen waren und sich die zweite Gruppe umsonst geärgert hatte. Ein verspäteter Aprilscherz, den die erste Gruppe dort getätigt hatte. Als die erste Gruppe den Zielpunkt erreichte, lachten wir schreiend und nahmen die Sache mit Humor.
Die erste Gruppe hatte leider auf dem Weg ein Problem, da eine Fundsache von irgendjemandem entfernt worden war. So hatten sie sehr lange Zeit mit suchen verbracht. Sie wurden aber sehnsüchtig erwartet, denn ein Gerücht machte sich breit, dass sie in ihren Fundsachen Würstchen hatten. Am Ende des Tages wurde ein großes Lagerfeuer gemacht und am offenen Feuer die Würsten und Kartoffeln gegart. Auch Stockbrot, Butter, Salz und die beste Entdeckung überhaupt, also Bärlauch, standen uns zur Verfügung. Der letzte Abend zog relativ ruhig ins Land und so konnten wir uns Freitagmittag wieder auf den Weg Richtung Mönchengladbach machen. Natürlich nicht ohne Zwischenstop bei Mc Donalds ;-).
Das Fazit unserer Ferienfreizeit fällt sehr positiv aus. Wir waren eine Woche weg vom Trouble um die Abstiegssorgen und konnten ohne Fernseher und Internet die wesentlichen Dinge des Lebens erleben. Es gab für die Jugendlichen genügend Freiraum auf der Campingplatzanlage, und die Häuser, die wir bewohnten, waren sehr sauber und gut eingerichtet. Das Zusammenleben und die Aufgabenverteilung klappten sehr gut und Vereinbarungen sowie Treffpunkte wurden stets eingehalten. Alles in allem eine schöne Woche, die sich für das De Kull Jugendzentrum und seine Besucher sehr gelohnt hat. In Zukunft wollen wir weitere Ferienfahrten anbieten und hoffen natürlich weiterhin auf eine gute Resonanz.
Das sehr positive Feedback aller Mitfahrer hat uns bestärkt, weiterhin motiviert an der Jugendarbeit des Fanprojektes zu arbeiten. |