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FanHaus macht Sommerpause!

Von Montag, den 07.05.12 bis einschließlich Freitag, den 08.06.12 bleibt das FanHaus geschlossen. Wir werden einige Renovierungs- und Verschönerungsarbeiten durchführen, damit pünktlich zur Euro das FanHaus wieder in altem bzw. neuen Glanz erstrahlt. Während der Euro werden alle Spiele der dt. Nationalmannschaft live übertragen, auch auf einem großen TV im Biergarten, so dass man mit Gleichgesinnten wieder mal ein Fußball-Großereignis bei günstigen Preisen (FP-Mitglieder 30% auf alle Getränke) verfolgen kann! Bis dahin wünschen wir allen Mitgliedern und Borussen eine wohlverdiente Sommerpause und eine verdiente Auszeit vom Fußball!

 
FanDialog einmal anders Drucken E-Mail
Geschrieben von Dani   
Mittwoch, 10. August 2011

Es war nicht der eigentlich Arbeitskreis FanDialog, der sich gestern im FanHaus getroffen hat, es war vielmehr eine offene Gesprächsrunde zwischen Polizei, Fans, Fanprojekt und Verein. Knapp 50 Fans waren der Einladung gefolgt und erlebten ab 19:00 Uhr einen überraschend kurzweiligen Abend. Die Polizei Mönchengladbach als Einladender zu der Veranstaltung war vertreten durch Einsatzleiter Dirk Hoff, SKB Nadja Block sowie Frau Heyers, die zur Zeit in den Bereich SKB „hineinschnuppert“.

Moderiert wurde die Runde von Thomas Ludwig, dem Vorsitzenden des FPMG, von Vereinsseite standen Michael Plum, Volker Klüttermann sowie die Fanbeauftragten Tower und TJ für Fragen bereit. Dirk Hoff erläuterte zunächst einmal sein Anliegen, Irritiationen bezüglich der „NRW-Initiative“ auszuräumen. Unumwunden räumte er ein, dass die Senkung der Personalkosten auf Seiten der Polizei ein wesentlicher Faktor seien.

Grundgedanke der NRW-Initiative sei es, alle Beteiligten rund um ein Fußballspiel in Bezug auf Sicherheitsfragen an einen Tisch zu bringen. Dies seien z. B. neben der Polizei die Verkehrsbetriebe, die Vereine, die Fanprojekte. Aufklärung bei den Fans sei insbesondere notwendig, wenn es um die Wahrnehmung von Störungen oder Gewalt gehe. Was für viele Fans keine Gewalt sei – z. B. „Schal abziehen“ – sei dennoch ein klares Delikt (Raub), dessen Nachverfolgung sich die Polizei aufgrund der Gesetzeslage (Strafverfolgungspflicht, ansonsten läge Strafvereitlung im Amt vor) gar nicht entziehen könne. Es gehe also nicht darum, dass die Polizei willkürlich Macht ausübe, sondern durch die vorhandenen Gesetze oftmals zum Eingreifen verpflichtet sei.

Im Mittelpunkt der NRW-Initiative stehen präventive Polizeimaßnahmen (,welche nicht gleichzeitig auch ein Stadionverbot bedeuten müssen, dieses wird ja vom Verein ausgesprochen,) die sich gegen anerkannte Straftäter richten. Diesen Personen werden z. B. bei Auswärtsspielen Meldeauflagen erteilt. Sie müssen sich z. B. bei Samstagsspielen mit Anpfiff 15:30 Uhr genau zu diesem Zeitpunkt auf einer Polizeiwache melden. Der angesprochene Personenkreis erschließt sich aus der – allseits leidlich bekannten – Datei „Gewalttäter Sport“. Für nach Polizeivorgaben gewaltbereite Gästefans in Mönchengladbach wird den Personen entsprechend ein Betretungsverbot der Stadt Mönchengladbach erteilt.

Kritisch wies Hoff darauf hin, dass die Handhabung in den verschiedenen Bundesländern – und teilweise auch innerhalb NRWs – völlig unterschiedlich sein kann. Während für die Polizei in Mönchengladbach nur Raub, Körperverletzung und weitere schwere Delikte relevant sind, kann dies anderswo völlig anders bewertet werden und somit dort auch – nach dem Prozedere Auffälligkeit, Personalienfeststellung, Strafverfolgung etc… - zum Eintrag in die Datei „Gewalttäter Sport“ und zu den daraus resultierenden Konsequenzen führen.

Kriterium für die „Aufnahme“ in die Datei sei die Einleitung eines Verfahrens, bei Unschuld muss allerdings der Betroffene selbst den Antrag auf Streichung stellen. Wenn keine weiteren Straftaten anfallen, erfolgt lt. Hoff die Streichung aus der Datei nach fünf Jahren.

Nachdem nun zahlreiche Sachinformationen ausgetauscht worden waren und auch schon angeregt diskutiert wurde, musste dann jedoch von Vereinsseite und auch von Seiten der Polizei die Größenordnung noch einmal klar gestellt werden: Letztlich spricht man in Mönchengladbach von ca. 50 betroffenen Fans, die mit Maßnahmen rechnen müssen, was im Verhältnis zu 45.000-50.000 Stadionbesuchern, ein Anteil von 0,1% Prozent ist.

Als positive Entwicklung hoben die Vertreter der Polizei die Einsatzgestaltung bei den Derbys hervor. Sowohl in der Stadt mit der hässlichen Kirche als auch in Mönchengladbach habe man sich durch gute Zusammenarbeit und offene Kommunikation – auch und gerade gegenüber den Fans – vom Konzept immer massiverer Polizeieinsätze verabschiedet und das mit Erfolg

Abschließend wurde noch die Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte diskutiert, die viele Fans für wünschenswert halten, die allerdings – so Hoff – bei vielen Polizeibeamten Ängste auslöse, ob dies nun rational oder irrational sei, ließ er offen.

Im Großen und Ganzen war es ein kurzweiliger und interessanter Abend, der auf jeden zum Ziel, Anonymität abzubauen und offen miteinander umzugehen, beigetragen hat. Es wird mit Sicherheit einen weiteren Termin dieser Art geben, denn alle Beteiligten waren mit dem Verlauf der Veranstaltung sehr zufrieden.

 
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