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FanHaus macht Sommerpause!

Von Montag, den 07.05.12 bis einschließlich Freitag, den 08.06.12 bleibt das FanHaus geschlossen. Wir werden einige Renovierungs- und Verschönerungsarbeiten durchführen, damit pünktlich zur Euro das FanHaus wieder in altem bzw. neuen Glanz erstrahlt. Während der Euro werden alle Spiele der dt. Nationalmannschaft live übertragen, auch auf einem großen TV im Biergarten, so dass man mit Gleichgesinnten wieder mal ein Fußball-Großereignis bei günstigen Preisen (FP-Mitglieder 30% auf alle Getränke) verfolgen kann! Bis dahin wünschen wir allen Mitgliedern und Borussen eine wohlverdiente Sommerpause und eine verdiente Auszeit vom Fußball!

 
An der Schneidemühler Straße… Drucken E-Mail
Geschrieben von Dani   
Freitag, 19. August 2011
…in Wolfsburg ist das VfL-Tanzsportheim. Ob da auch die Profis des ungeliebten Kommerz-Clubs gelegentlich eine flotte Sohle aufs Parkett legen oder ob sie sich auf Tänzchen mit dem Gegner auf dem Rasen beschränken, ist ungeklärt. Doch so überraschend wie das Tanzsportheim ist auch manch anderes in der Historie der VW-Tochter VfL. Das alles liest sich auf der Homepage des Vereins wie ein ungewollt lustiges Sammelsurium von Sportbanalitäten und verrät einiges über diesen Verein und seine Philosophie...

...sofern man das überhaupt Philosophie nennen kennen, ohne schon Erstsemesterstudenten dieses altehrwürdigen Faches zu beleidigen.

1945 wurde der Verein gegründet, elf Männer und eine Frau sorgten in der künstlichen Stadt mit etwas mehr als 17.000 Einwohnern dafür, dass die VW-Angestellten sich jetzt auch außerhalb der Fließbandtätigkeiten fit halten konnten. Neben Fußball gab es Handball, Turnen, Tennis, Radsport, Boxen und Schach. Aha, also quasi Breitensport. Und es wird immer breiter…

Für das Jahr 1947 ist auf der Homepage www.vfl-wob.de nachzulesen: „Der ehemalige Reichsleistungsschwimmer Heinz-Karl Lubkowitz gründet die Schwimmabteilung, wobei als Trainingsbecken bis zur Fertigstellung des ersten Freibades 1952 der Mittellandkanal genutzt werden muss.“ Also jetzt mal ganz im Ernst: Auch in der Heimat des KdF-Wagens sollte man mittlerweile so einen Begriff wie „Reichsleistungsschwimmer“ eigentlich aus dem Repertoire streichen. Neben der Gründung der Tischtennisabteilung wird vermeldet, dass die Fußballer den Aufstieg in die Verbandsliga schaffen.

1954 nimmt das Schicksal seinen Lauf: Gretel Gebauer wird deutsche Meisterin im Kunstspringen (3m Halle) und die Fußballer steigen in die Oberliga auf und halten dort die Klasse. Was ist eine 3m-Halle??? Oder 3m in der Halle? Ok, bei Borussia müssen wir uns neben Fußball nur um Handball und Tischtennis kümmern. Kunstspringen?

Aber VW muss dann wohl auch erkannt haben, dass richtig Kohle nicht mit Wushu (Kann man beim VfL Wolfsburg praktizieren, was um aller Welt ist das???), sondern mit Fußball zu machen ist, also baute man flugs im Jahre 1961 eine Tribüne für den Hauptplatz und Flutlicht für den Nebenplatz. Es gibt auch einen historisch festgehaltenen Kleinfeldplatz mit 92.106qm. Aha! Man hat doch ein wenig das Gefühl, der Chronist ist etwas detailverliebt…

Weiterhin ist der Vereinshomepage zu entnehmen, dass Sparte um Sparte hinzukommt und selbst vor absurdesten Randsportarten nicht Halt gemacht wird. Das ehrt den Verein, wirklich. Denn man ist durchaus erfolgreich. Als Beispiel sei hier nur die Niedersachsenmeisterschaft der Versehrtensportler im Blindenkegeln genannt. Aber bei aller Vielfalt und allen Erfolgen: Wo ist da Identität? Schwer auszumachen… Irgendwie klingt das halt doch alles nach Betriebssport, wo der Betriebsrat dann letztlich auch noch durchsetzt, dass Unterwassersynchronboxen eingeführt wird… Synchron ist das Stichwort: Denn 1969 werden bei der Europameisterschaften im Synchronschwimmen die ersten Medaillen gewonnen... Wusste ich’s doch, die machen vor nix Halt.

Aber laut der Homepage geht es 1974 richtig rund: Da verzeichnet man nämlich den Sieg der 285. Deutschen Meisterschaft. Die Sportart bleibt rätselhaft, Fußball ist mal ausgeschlossen… Also von Armdrücken (Gib es da tatsächlich!) bis zum genannten Wushu alle Meisterschaften in Summe? Wie sinnvoll… Aber immerhin ist das das Jahr, in dem auch die Fußballer dann zweitklassig werden. Und in dem das Stadion umgebaut wird. Unnötig zu erwähnen, wer zahlt.

Und so grotesk vielfältig geht es weiter: die Ringer werden 1987 Oberliga-Mitglied und 14 Mitglieder gründen die Radsportabteilung als 27. Sparte. Ach, war die zwischendurch weg? Nix für ungut, aber man verliert da einfach den Überblick. Vielleicht wusste von den 14 auch keiner, dass es schon eine Abteilung dafür gab? Egal. In die erste Liga steigt dann 1992 die Damenbowling-Mannschaft auf. Glückwunsch nachträglich. Leider wird auch die Fußballabteilung zweitklassig. 1992 war also ganz klar ein schlechtes Jahr für den deutschen Fußball, denn neben Leverkusen hatten wir jetzt alle den zweiten Werksclub wie Hundescheiße am Hacken hängen.

Das für uns so historische Jahr 1995 ist auf der Homepage mit dem lapidaren Satz festgehalten: „Die Fußballer stehen im DFB-Pokalfinale in Berlin, verlieren gegen Borussia Mönchengladbach mit 0:3.“ Die Teilnahme am Finale wird hier nicht als Erfolg angesehen, klar, bei 285 Deutschen Meisterschaften ist das ja auch wirklich nix besonderes, so eine Teilnahme am DFB-Pokalfinale. Irgendwie graut mir langsam vor diesem Verein.

1999 nimmt das Unheil seinen Lauf und Wolfsburg spielt international. Nicht, dass da ein Gegner oder Ergebnisse genannt werden. Historisch wohl nicht so wichtig. Schließlich übergibt ja im gleichen Jahr auch Arnulf Brückner die Gewichtheberabteilung nach 30 Jahren an Michael Neiße. Ok, so langsam muss man wohl darauf hinweisen, dass es natürlich auch eine Homepage nur für den Profifußball gibt, aber bis zu diesem Zeitpunkt in der Historie war das ja auch noch nicht so wichtig…

Und die sich selbst beweihräuchernden Worte auf dieser HP kann man auch getrost außer Acht lassen, auf der Internetpräsenz des Gesamtvereins kann man doch irgendwie mehr herauslesen über diesen Club. So heißt es etwas 2001: „Die Lizenzspielerabteilung der 1. Bundesliga wird in die VfL Wolfsburg-Fußball GmbH ausgegliedert. Gesellschafter dieser GmbH sind die Volkswagen AG mit 90% und der VfL Wolfsburg e.V. mit 10%. Die Fechtabteilung feiert ihr 50-jähriges und die Tanzsportabteilung ihr 25-jähriges Jubiläum.“ 90%??? Schon mal was von 50+1 gehört??? Und es wird noch viel besser.

Denn 2008 heißt es dann: „Der VfL-Wolfsburg e.V. zieht seine Anteile an der VfL Wolfsburg-Fußball GmbH von 10 Prozent zurück und gibt diesen Anteil gegen Zahlung der Wertsumme an die Volkswagen AG ab.“ Will heißen: Jetzt haben sie endlich mit Wushu und Synchronschwimmen nix mehr zu tun. Armes Fußballdeutschland.

Meisterschaftserzählungen spare ich mir, sonst muss ich kotzen. Hat noch irgendjemand Fragen zur Philosophie dieses Vereins? Vielleicht können die Blindenkegler und die Bowlingdamen Auskunft geben, ICH NICHT MEHR.

Hier noch ein wichtiger Hinweis für die Borussen, die im Anschluß an das Spiel heute Abend ich Richtung K*** reisen:

Auf dem Ehrenfelder Bahnhof ist es in der letzter Zeit vermehrt zu gewaltätigen Übergriffen von K***** "Fans" (mutmasslich WH) auf Anhänger unserer Borussia gekommen. Hier wurde auch vor Raub und gefährlicher Körperverletzung kein Halt gemacht.

Wir raten deshalb derzeit allen Borussen davon ab, zu nächtlicher Stunde auf dem Ehrenfelder Bahnhof aus- oder umzusteigen.

 
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