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FanHaus macht Sommerpause!

Von Montag, den 07.05.12 bis einschließlich Freitag, den 08.06.12 bleibt das FanHaus geschlossen. Wir werden einige Renovierungs- und Verschönerungsarbeiten durchführen, damit pünktlich zur Euro das FanHaus wieder in altem bzw. neuen Glanz erstrahlt. Während der Euro werden alle Spiele der dt. Nationalmannschaft live übertragen, auch auf einem großen TV im Biergarten, so dass man mit Gleichgesinnten wieder mal ein Fußball-Großereignis bei günstigen Preisen (FP-Mitglieder 30% auf alle Getränke) verfolgen kann! Bis dahin wünschen wir allen Mitgliedern und Borussen eine wohlverdiente Sommerpause und eine verdiente Auszeit vom Fußball!

 
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Geschrieben von Schustie   
Donnerstag, 15. September 2011

Der kommende Spieltag hält für uns Borussen eines der richtigen Saisonhighlights parat. Es geht in die Hansestadt Hamburg, in den Volkspark zum HSV. Ganz sicher werden auch diesmal wieder etliche Rautenträger die Gelegenheit nutzen, das komplette Wochenende in der Metropole an der Alster zu verbringen. Auf alle Fälle dürfte die Reise im Spätsommer etwas entspannter werden als noch im Mai. Wer erinnert sich nicht an die Nervenschlacht zwischen Klassenerhalt, Relegation und Abstieg?

Die Chancen, nach gefühlten Jahrhunderten (ok, war erst vor zwei Jahren…) mal wieder einen Sieg bei den Rothosen davon zu tragen, stehen gar nicht schlecht. Unserem gelungenen Saisonauftakt steht ein desaströs gestarteter HSV gegenüber. Aber Vorsicht! Angeschlagene Boxer sind oftmals die gefährlichsten.

Der Hamburger SV hat zur neuen Saison einen radikalen Schnitt gemacht. Nachdem die vergangenen Spielzeiten mit zum Teil äußerst renommierten Spielern nicht den erwünschten Erfolg gebracht haben, gibt man sich am Hamburger Rothenbaum in dieser Saison bescheidener, und plant eine komplett neue Mannschaft aufzubauen. Dies ist bekanntermaßen kein leichtes Unterfangen, was die bisherigen Ergebnisse in der noch jungen Saison bestätigen. Besonders die Defensive offenbart bislang doch eklatante Schwächen. 16 Gegentreffen aus gerade mal fünf Spielen bezeugen dies. Dabei hatte man beim deutschen Meister aus Dortmund und beim Rekordmeister aus München noch Glück, nicht noch deutlicher unter die Räder gekommen zu sein. Das bereits die Stimmen lauter werden, die die Ablösung des im Augenblick äußerst glücklos agierenden Trainer Michael Oennig fordern, gehören zu den üblichen Marktmechanismen.

Zu den sportlichen Hiobsbotschaften gesellen sich nun auch die wirtschaftlichen. Der Verein hat das letzte Jahr mit einem Minus von knapp fünf Millionen Euro abgeschlossen, und der frustrierte HSV-Anhänger wird sich ganz sicher gelegentlich fragen, wo das ganze Geld denn bloß geblieben ist. So hat es den Anschein, dass dem ruhmreichen Hamburger Sport Verein, immerhin der einzige Club, der seit dem Bestehen der Bundesliga immer im Oberhaus mit von der Partie war, eine Zittersaison bevorsteht, und es stellt sich die Frage, wie lange die Treuebekenntnisse zum sportlichen Übungsleiter halten werden. Alles Dinge, die wir zu Genüge kennen, und nun hoffentlich endlich hinter uns gelassen haben.

Die Geschichte des Vereins mit dem Rhombus im Wappen ist in der Tat gespickt mit Höhepunkten. Aus der Taufe gehoben 1887 als SC Germania, fusionierte der Club 1919 nach dem ersten Weltkrieg mit dem Hamburger FC und dem FC Falke zum Hamburger SV, da alle drei Vereine den Spielbetrieb alleine nicht aufrecht erhalten konnten. Schnell entwickelte sich der Verein zu einer der besten Adressen im deutschen Fußball, und schon 1922 stand man im Endspiel um die deutsche Meisterschaft gegen den 1.FC Nürnberg. Nachdem in zwei Partien plus Verlängerung kein Sieger gefunden war, wurde dem HSV aufgrund einer merkwürdigen Regelung der Titel zu gesprochen. Doch die Hansestädter verzichteten ihrerseits auf die Meisterschaft. Aber schon im Jahr darauf gewann man souverän mit 3:0 gegen Union Oberschöneweide den ersten regulären Meistertitel in der Geschichte des Hamburger SV. Bis zum Start der Bundesliga 1963 sollten 1928 und 1960 zwei weitere Titel folgen.

Mitte der siebziger Jahre entwickelten sich beim HSV professionellere Strukturen, und es gelang unter den Trainern Zebec und Happel sowie den Managern Dr. Peter Krohn und Günter Netzer, der hier in Mönchengladbach ja kein Unbekannter ist, eine Mannschaft aufzubauen, die die späten siebziger und frühen achtziger Jahre entscheidend geprägt hat. Drei Meistertitel, 1979, 1982 und 1983 sowie der DFB Pokalsieg 1976 waren der verdiente Lohn. Auch auf europäischer Bühne machte sich der HSV einen hoch angesehenen Namen. 1977 gewann man den Europapokal der Pokalsieger, 1980 verlor man unglücklich mit 0:1 gegen Nottingham Forrest das Endspiel um den Europapokal der Landesmeister, der heutigen Champions League. Doch 1982 gelang der ganz große Wurf. Gegen das hoch favorisierte Starensemble von Juventus Turin gewann der HSV in Athen durch ein Tor von Felix Magath und dank einer taktischen Meisterleistung von Trainerlegende Ernst Happel den Landesmeisterwettbewerb. Namen wie Kaltz, Hrubesch, Magath, Bastrup, Stein oder Jakobs sind den über 35jährigen unter uns ganz sicher noch bestens im Gedächtnis.

Ähnlich wie bei unserer Borussia war es dann aber auch Ende der achtziger Jahre mit der Herrlichkeit des Hamburger SV vorbei. 1987 gewann man noch einmal den DFB-Pokal durch ein 3:1 gegen die Stuttgarter Kickers. Aber seitdem wartet man an der Elbe sehnlichst auf einen weiteren Titel, der das durchaus sehenswerte HSV Museum schmücken könnte.

Wollen wir hoffen, dass der Hamburger SV nach unserem Auftritt am Samstag wieder zurück in die Spur findet. Denn auf eine Hamburg-Tour möchte doch sicher kein VfL Anhänger in Zukunft verzichten.

Was bekannte Gesichter unserer Fanszene so mit dem Gegner verbinden, welche Erinnerungen er weckt und welche Tipps es gibt, für solche, die das erste Mal unsere Borussia in die Hansestadt begleiten, das hat uns diesmal „Säsch“ (Foto) erzählt:

Was verbindest du spontan mit unserem heutigen Gegner?
Wochenendtour, Familienbesuch, Sightseeing und schlechtes Wetter – aber zum Glück seit Neuestem keine garantierte Auswärtsniederlage mehr. Grundsätzlich kann ich sagen: Mit dem HSV verbinde ich einige meiner schönsten Auswärtstouren.

Wann warst du das erste Mal hier?
In der Abstiegssaison 98/99, wir sind sang- und klanglos 0:3 untergegangen und Anthony Yeboah hat alle Treffer höchstpersönlich erzielt.

Wie gefällt dir das Stadion des Gegners? (Verpflegung, Platzierung der Gästefans, Sicht, Verkehrsanbindung etc. pp.)
Die Imtech-Arena (heißt die noch so oder wurde der Name schon wieder geändert?!) ist eine klassische Neubau-Arena, in der es an nichts mangelt. Erstaunlicherweise gefällt es mir dort trotz der starken Kommerzorientierung ganz gut, die Stimmung ist nicht die schlechteste und es kann sogar verhältnismäßig laut dort werden. Und dazu ist die Arena auch jedes Mal nahezu ausverkauft. Die Sicht von den Stehplätzen sowie von den Sitzrängen aus ist eigentlich überaus gut. Lediglich die hinteren Sitzplätze in der C-Ebene dicht unter dem Dach sind für meinen Geschmack etwas zu weit vom Geschehen entfernt. Schlimmer ist es eigentlich nur in München und Dortmund.

Erinnerst du dich an ein - für dich - herausragendes Spiel?
Ja, ich erinnere mich an ein herausragendes Spiel, und dieses ist gar nicht mal so lange her: Ich spreche vom 3:2 Auswärtssieg in der Saison 2009/2010, meinem ersten Dreier beim HSV überhaupt! Kurioser Weise habe ich die ersten beiden Treffer der Gladbacher allerdings „verpasst“, da ich beim ersten Tor Getränke holen und beim zweiten Treffer gerade auf der Toilette war… Den erlösenden Siegtreffer durch Rob Friend habe ich dann aber in vollen Zügen miterlebt – Bierdusche inklusive. Leider muss ich die Frage nach einem Spiel, welches mir beim HSV in besonderer Erinnerung geblieben ist, aber auch mit der Partie beantworten, die vier Tage nach den Anschlägen des 11. September stattgefunden hat. Das 3:3 geriet zur absoluten Nebensache, aber es war für mich wichtig, Freunde und Bekannte zu treffen und sich über die aktuellen Geschehnisse auszutauschen.

Was ist deine Einschätzung für das Spiel am Samstag?
Ich tippe auf einen hart umkämpften Sieg für unsere Borussia. Der HSV steht mit dem Rücken zur Wand benötigt unbedingt einen Dreier, wir sind konterstark und werden unsere Chancen bekommen. Ich tippe folglich auf einen knappen Sieg.

Gibt es irgendwelche Tipps, die du dem Rest der Fanszene mitteilen kannst? (Treffpunkte, Sehenswürdigkeiten, Parkplatzsituation, Anreise, etc. pp.)
Von einer Anreise mit dem Auto würde ich grundsätzlich abraten – dies hat allerdings nichts mit der Parkplatzsituation, sondern viel mehr mit allgemeinen Verkehrsaufkommen in Hamburg zu tun. In der Regel reise ich mit der Bahn nach Hamburg, da das Fanprojekt meist eine IC-Gruppenreise anbietet und die Verbindung ganz in Ordnung ist. Vom Hauptbahnhof aus mache ich mich dann jedes Mal zu allererst auf in Richtung Landungsbrücken, um das einmalige Hafenflair zu genießen und ein original Krabben- oder Fischbrötchen zu essen. Gut gestärkt kann man von dort aus anschließend zu Fuß Richtung St. Pauli schlendern. Auf dem Kietz angekommen, bietet sich dem Borussen dann natürlich eine Fülle von Möglichkeiten, sich mit anderen Borussen auf das Spiel einzustimmen, z. B. „Haifischbar“ oder das „Thomas Read“, ein wirklich uriger Irish Pub. Wenn ich so recht überlege, findet man am Spieltag aber eigentlich in nahezu jeder Kneipe in St. Pauli einige Borussen. Am besten fragt man sich einfach durch, in Hamburg wechseln die (Borussen-) Locations schonmal etwas häufiger... Die Kneipe „Zum Silbersack“ bei Tante Erna (in der Silbersackstraße – wär hätte es gedacht?) ist in der Regel erst nach dem Spiel geöffnet, aber stets einer der Haupt-Anlaufpunkte der Borussen-Szene. Wer noch nicht da war, hat die wahrscheinlich unspektakulärste, aber authentischste Kneipe verpasst, die in Deutschland zu finden ist.

 
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