Der Verein
Pillendreher, Vizekusen, Plastikclub, oder einfach: Bayer 04 Leverkusen Bumsis Meinung

Mir tun die Düsseldorfer leid. Nicht alle, aber die, die die ganze Tortur über 15 Jahre lang mitgemacht haben, die in Meppen, in Velbert und zum Niederrheinpokal bei Adler Osterfeld waren, und die gestern um ihre Aufstiegsfeier gebracht wurden. Die tun mir leid. Weil ein paar übermotivierte Jünglinge, die sich noch mit dem Waschlappen rasieren, und zu doof sind, einen Schlusspfiff zu erkennen, den Platz stürmen, sind vermutlich Tausende Fortuna-Anhänger mit Gefühlen der Scham, der Enttäuschung und des Frusts nach Hause gegangen.
Hätte der für mich unverständlicherweise im Nachhinein noch gelobte Schiedsrichter seine Ankündigung „Beim nächsten Vorfall wird das Spiel abgebrochen.“ wahrgemacht, hätte nach dem Platzsturm das Spiel auf jeden Fall abgebrochen werden müssen. Wenn das kein Vorfall ist, was dann? Und wenn dann wieder angepfiffen wird, dann müssen auch die angekündigten Restminuten noch gespielt werden, was für eine Farce ist das denn?
Nicht dass man mich missversteht: Herthas Fans haben sich auch nicht mit Ruhm bekleckert. Wie blöd muss man sein? Hertha war doch „am Drücker“, unter Unterstützung meines Teams verstehe ich was anderes. Durch die Scheiß-Pyroschmeißerei ist die lange Nachspielzeit ja erst nötig geworden. Und nur mal by the way: Mit so einem Ordnungsdienst wird es im Rheinstadion ganz schwer in der Bundesliga...
Bleibt festzuhalten, dass der Verstand zahlreicher Düsseldorf-Anhänger sich maximal auf Oberliga-Niveau befindet, dass Fortuna immer noch nicht sicher aufgestiegen ist – das Sportgericht lässt grüßen – und dass es so oder so auf jeden Fall nächste Saison kein Derby geben wird. Auf dieses Niveau lass‘ ich mich nicht herab.
Euer Bumsi
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| Pillendreher, Vizekusen, Plastikclub, oder einfach: Bayer 04 Leverkusen |
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| Geschrieben von Börnie | |
| Donnerstag, 13. Oktober 2011 | |
Konnte unsere Borussia in den ersten Spielen noch den Gegner überraschen und traf teilweise auch auf verunsicherte und schwache Teams (mit Ausnahme von S04) und konnte damit Punkt um Punkt sammeln, so kommt jetzt nach der etwas ärgerlichen Niederlage im Breisgau und der Länderspielpause mit Bayer 04 aber mal so ein richtiger Gradmesser in den Park. Auch wenn es bei der Truppe von Robin Dutt noch nicht so ganz rund läuft mit 4 Siegen, 3 Niederlagen und Platz 9.Das Spiel gegen Leverkusen kann evtl. einen Hinweis darauf geben, wo die Reise in dieser Saison für die Raute hingeht, immerhin ist der Vizemeister zu Gast. Das ist natürlich eine prima Vorlage, haben sich deren Verantwortliche im letzten Jahr doch überlegt, dass es eine prima Idee sein könnte, sich den Begriff „Vizekusen“ beim Marken- und Patentamt rechtlich schützen zu lassen. Ebenfalls schützen lassen haben sich die Leverkusener die Begriffe „Meisterkusen“ sowie bereits seit geraumer Zeit „Werksclub“ und „Pillendreher“. Wenn man sonst keine Hobbys hat... Dass der Begriff Vizekusen im Jahr 2002 geprägt wurde, als der Verein vom Rande des Bergischen Landes in der Liga den zweiten Platz sowie jeweils die Finals in der Champions League und im DFB-Pokal erreichten (und verloren), dürfte den meisten noch geläufig sein (außerdem wurde die Nationalelf um Michael Ballack auch noch Vizeweltmeister). Aber damit man am Stammtisch auch mal mit unnützem Wissen angeben kann, hier der Blick in die Historie: Am 1. Juli 1904 kam es zur Gründung des „Turn- und Spielverein 1904 der Farbenfabrik vormals Friedrich Bayer Co. Leverkusen“, die Fußballabteilung gibt es aber erst seit 1907. Danach passiert außer der Abspaltung von der Turnabteilung und ein paar Auf- und Abstiegen in unteren Klassen nicht mehr viel, bis 1951. Da erreichte der Verein seine erste Teilnahme in der damals höchsten deutschen Spielklasse, der Oberliga West, die bis 1956 gehalten werden konnte. Nach diesem Abstiegs in die Zweitklassigkeit glaubte der Verein trotzdem weiterhin an den sportlichen Erfolg und begann mit dem Bau einer neuen Spielstätte: Das Ulrich-Haberland-Stadion wurde 1958 eingeweiht. Erst 1962 ging es wieder in die Oberliga, da im Jahr darauf aber die Bundesliga gegründet wurde, fand man sich in der Regionalliga West wieder, die man aber auch nur bis 1973 halten konnte. Ende der 70er Jahre schaffte Bayer 04 nach langem Anlauf den Aufstieg in die 1. Liga. Mit einem 3:3-Unentschieden gegen den Bayer 05 Uerdingen sicherte sich man sich den direkten Aufstieg in die 1. Fußball-Bundesliga. In den ersten Jahren Erstligazugehörigkeit konnte Leverkusen nicht viel reißen und kämpfte Jahr für Jahr gegen den Abstieg, der besonders in der Spielzeit 1981/82 bedrohlich nahe kam. 1984 wurden die beiden geteilten Bayer-Sportvereine in Leverkusen wieder zu einem Verein zusammengefügt und der Vereinsname in TSV Bayer 04 Leverkusen geändert. 1988 gelang den Kickern vom Bayer-Werk der wohl größte Erfolg der Vereinsgeschichte. Am 18. Mai holten sie im Rückspiel vor heimischer Kulisse gegen Español Barcelona einen 0:3-Rückstand aus dem Hinspiel auf, und gewann schließlich durch Elfmeterschießen den UEFA-Cup. In der ersten Runde war übrigens Borussia an Español gescheitert. Seit 1976 wirkte aber bereits ein Mann bei Bayer mit, damals noch als Jugendleiter und Stadionsprecher, der wie kein Zweiter für die (wenn auch begrenzten) Erfolge des Vereins steht: Rainer Calmund. Bis 1988 noch Vorstandsmitglied übernahm er anschließend den Posten des Managers und wurde 1999 Geschäftsführer des Vereins. In seine Amtszeit bis 2004 fällt auch noch der Gewinn des DFB-Pokals 1993, auch wenn es ein erbärmliches 1:0 gegen die Hertha-Bubis war. Fast wäre man in dieser Zeit aber auch abgestiegen, erst am letzten Spieltag der Saison 95/96 mit einem 1:1 gegen Lautern (die damit ihrerseits abstiegen) konnte die Klasse gehalten werden. Die jüngere Geschichte dürfte den meisten noch in ausreichender Erinnerung sein, daher beenden wir die kleine Geschichtsstunde an dieser Stelle. Das Hinspiel in Leverkusen aus der letzten Saison dürften alle noch im Gedächtnis haben, das Pokalspiel konnten wir auch siegreich gestalten, Anfang Januar gab es aber eine 1:3 Heimniederlage. Eigentlich ist die Heimbilanz aber noch ganz ordentlich, auch wenn es bei 12 Siegen und 6 Niederlagen insgesamt 18 Unentschieden gab. Aber mit wieder einmal mehr als 50.000 Fans im Rücken, dem Selbstvertrauen, dass Marco Reus von der Länderspielreise mitbringt, werden wir auch den Ausfall von Igor de Camargo kompensieren können. Und wenn die erspielten Chancen dann auch konsequenter genutzt werden als teilweise in den letzten beiden Spielen, dann stehen am Samstagabend weitere Punkte auf der Habenseite. |
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Konnte unsere Borussia in den ersten Spielen noch den Gegner überraschen und traf teilweise auch auf verunsicherte und schwache Teams (mit Ausnahme von S04) und konnte damit Punkt um Punkt sammeln, so kommt jetzt nach der etwas ärgerlichen Niederlage im Breisgau und der Länderspielpause mit Bayer 04 aber mal so ein richtiger Gradmesser in den Park. Auch wenn es bei der Truppe von Robin Dutt noch nicht so ganz rund läuft mit 4 Siegen, 3 Niederlagen und Platz 9.