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FanHaus macht Sommerpause!

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Spitzenspiel? – Spitzenspiel! Drucken E-Mail
Geschrieben von Schustie   
Donnerstag, 1. Dezember 2011

Blicken wir kurz zurück auf Samstag, den 23. April diesen Jahres. Heerscharen Dortmunder Fans hatten sich beim Blick auf den Spielplan mit Eintrittskarten zum Spiel beim quasi sicheren Absteiger aus Mönchengladbach eingedeckt, im sicheren Glauben, am Niederrhein im BORUSSIA-PARK die Meisterschaft für das Team vom Borsigplatz unter Dach und Fach zu bringen, und uns, dem VfL BORUSSIA den Todesstoß in Richtung Liga zwei zu verpassen. Kein schöner Anblick war das damals, vor etwas mehr als sieben Monaten, unser Stadion zu gut einem Drittel in quälendes Gelb getüncht zu sehen.

Wie wir wissen, ging die Geschichte anders aus. Ein Treffer von Mo Idrissou hielt uns am Leben, die Feierlichkeiten in der Bierstadt wurden um eine Woche verschoben, und der VfL hielt letztlich über die Relegation die Klasse.

Wie gesagt, das ist gerade einmal etwas mehr als ein halbes Jahr her. Nun, am kommenden Samstag ist wieder der Ballspielverein 09 aus Dortmund zu Gast auf unserem heiligen Rasen. Doch die Vorzeichen haben sich ein wenig verschoben. Gut, das der amtierende deutsche Meister sich am 15. Spieltag wieder an der Spitze der Bundesligatabelle findet, mutet nicht sonderlich überraschend an. Das jedoch gleich dahinter punktgleich die Elf vom Niederrhein residiert, ist auch für die wirklichen und die selbsternannten Experten eine faustdicke Überraschung. Und sind wir mal ehrlich: Hätte uns vor der Saison irgendjemand diese Konstellation vor dem Kräftemessen mit den Schwarz-gelben prophezeit, wir hätten ihm oder ihr sicherlich einen Rettungswagen gerufen.

Bleibt zu hoffen, dass bis zum Samstag Marco Reus nach seinem Zehbruch wieder einsatzbereit ist. Somit stünden dann mit unserer roten Rakete und dem Dortmunder Mario Götze die wohl die beiden deutschen Spieler auf dem Platz, die in letzter Zeit am häufigsten in den Medien in aller Munde waren.

Schaut man sich die traditionsreiche Geschichte der Namenscousine aus Westfalen an, so kann man durchaus einige Parallelen zu unserer BORUSSIA entdecken. In den 60er Jahren war der BV 09 durchaus eine der ersten Adressen im deutschen Fußball. Gegründet am 19. Dezember 1909 als Abspaltung einer katholischen Jünglingssodaldität, entwickelte sich der Verein in den späten 50er Jahren zu einem echten Spitzenclub. Drei deutsche Meisterschaften und der Gewinn des DFB Pokals im Jahre 1965 durch ein 2:0 über Alemannia Aachen sind Zeuge davon. Höhepunkt dieser glorreichen Zeit war sicherlich der Gewinn des Europapokals der Pokalsieger 1966 durch ein 2:1 nach Verlängerung über den FC Liverpool. Dortmund war somit die erste deutsche Mannschaft, die einen europäischen Pokal gewinnen konnte. Der FC Bayern machte es den Schwarz-gelben dann ein Jahr später nach. Namen wie „Aki“ Schmidt, Siggi Held oder Lothar Emmerich waren damals in aller Munde.

Doch ähnlich wie bei unserem VfL nach den goldenen 70ern begann rund um die Kampfbahn Rote Erde nach der ruhmreichen Ära ein schleichender Zerfall. Bedingt durch finanzielle Engpässe wurden Leistungsträger verkauft und nicht adäquat ersetzt. Die Folge war 1972 der Abstieg aus der Bundesliga, damals in die Regionalliga West. Der Verein musste zu dieser Zeit einen gewaltigen Kraftakt leisten, um überhaupt fortbestehen zu können. Ein Segen für den Klub war 1974 die Eröffnung des neugebauten Westfalenstadions zur Fußballweltmeisterschaft in Deutschland. Dieser moderne Fußballtempel ließ die Zuschauerzahlen deutlich steigen, und sorgte somit für eine deutliche Entspannung der Vereinsfinanzen. Durch einen zweiten Platz in der Regionalligasaison 1975/76, als unsere BORUSSIA gerade die vierte deutsche Meisterschaft unter Dach und Fach brachte, und zwei Siegen in den Entscheidungsspielen gegen den 1. FC Nürnberg, gelang den Dortmundern die Rückkehr in die höchste deutsche Spielklasse. Doch bis zum Jahr 1989 blieb der BV 09 eher eine graue Maus, und die bis dato höchste Niederlage der Bundesligageschichte im Jahre 1978, mit 0:12 gegen eben unsere BORUSSIA bleibt unvergessen.

1986 drohte dem Verein der erneute Absturz in die Zweitklassigkeit. In den Relegationsspielen gegen Fortuna Köln verloren die Dortmunder zunächst in Müngersdorf mit 2:0. Im Rückspiel im restlos ausverkauften Westfalenstadion führten die Schwarz-gelben bis zur 90. Minute lediglich mit 2:1, was den Abstieg bedeutet hätte. In der Nachspielzeit gelang Jürgen Wegmann der viel umjubelte Treffer zum 3:1, was damals ein drittes Aufeinandertreffen auf „neutralem“ Platz im Düsseldorfer Rheinstadion bedeutete. Gegen arg dezimierte Kölner Fortunen, gelang den Dortmundern ein nie gefährdetes 8:0, und somit der Klassenerhalt. Dieses Herzschlagfinale erwies sich für den BVB offensichtlich als heilsamer Schock. Im Folgejahr spielte der BVB eine beeindruckende Saison, und belegte in der Endtabelle einen überraschenden vierten Platz. Der Sieg im DFB Pokalfinale 1989 gegen Werder Bremen läutete die bis dahin unter Trainer Ottmar Hitzfeld erfolgreichste Zeit des Vereins ein, der in dem Gewinn der deutschen Meisterschaft 1995 und 1996 sowie dem Gewinn der Champions League 1997 gipfelte.

Jedoch verlor man rund um den Borsigplatz ob dieser Erfolge dann die Bodenhaftung. Die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft sollte den Klub in finanziell andere Sphären führen. Meisterschaft 2002 und UEFA Pokal Endspiel, das in „de Kuip“ gegen Feyenoord Rotterdam verloren wurde, ließen den Verein noch einmal jubeln. Doch ab 2004 brach das finanzielle Konstrukt BVB nach sportlichen Misserfolgen und eklatanten unternehmerischen Fehlentscheidungen in sich zusammen. Präsident Niebaum und Manager Meier, der später auch den FC aus der Domstadt ins finanzielle Desaster führen sollte, mussten ihren Hut nehmen. Der Klub konnte um Haaresbreite den drohenden Konkurs abwenden.

Erneut musste der Verein konsolidiert werden. Und hier machte der BvB aus der Not eine Tugend. Man setzte auf junge Nachwuchsspieler und holte mit Jürgen Klopp aus Mainz einen Trainer, der sich zum einen als Glücksgriff für den Verein erwies, dem man zum anderen aber auch die Zeit und die Freiheit gab, eine schlagkräftige Truppe aufzubauen. Das Resultat war die Meisterschaft in der vergangenen Spielzeit.

Den heilsamen Schock der Relegation mussten auch wir im letzten Jahr bekanntermaßen durchlaufen. Finanzielle Probleme nach dem ersten Abstieg von 1999 sind auch hier am Niederrhein durchaus nichts Unbekanntes. Und auch wir haben heute einen Trainer an der Seitenlinie, der sich als absoluter Glücksgriff für unseren VfL erwiesen hat. Platz 2 nach 14 Saisonspielen lässt uns BORUSSEN Fans endlich wieder ruhiger schlafen und glücklicher zur Arbeit gehen. Und wer weiß, was nach einem möglichen Sieg am Samstag gegen den deutschen Meister noch so alles drin ist, für unsere BORUSSIA.

Sicherlich wird der BV 09 Dortmund wieder einen stattlichen Anhang mit in den BORUSSIA-PARK bringen. Lasst uns am Samstag alles geben, damit die Punkte nach 90 Minuten unserem Konto gutgeschrieben werden, und wir somit nach dem zweiten Adventwochenende von der Tabellenspitze runter winken können.

 
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