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FanHaus macht Sommerpause!

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Demokratie in der Klüngelmetropole – Fortuna Köln Drucken E-Mail
Geschrieben von Dani   
Donnerstag, 8. Dezember 2011

Am Samstag (14.00 Uhr) treten die Amateure der Borussia im Grenzlandstadion gegen den SC Fortuna Köln an. Das Grenzlandstadion wird wieder einmal nur gering frequentiert sein, zumindest von Gladbacher Fans, denn fast zeitgleich treten die Profis in Augsburg an. Bei diesem Gegner in der Regionalliga West wirklich schade, denn es ist damit zu rechnen, dass einige Fortuna-Fans den Weg nach Rheydt antreten werden, so dass tatsächlich so etwas wie Atmosphäre im weiten Rund aufkommen könnte.

Obwohl der SC Fortuna acht Tage nach dem Äffzeh am 21.02.1948 gegründet wurde, verbindet man das Wort Tradition doch eher mit der Fortuna. Vielleicht weil der Club aus der Südstadt einfach sympathischer wirkt? Vielleicht weil es einer der traditionellsten Zweitligisten ist, den es in Deutschland gibt? Platz 2 in der ewigen Zweitligatabelle, vor etwas mehr als einem Jahr von Alemannia Aachen überholt worden, d. h. 26 Jahre Zweitligazugehörigkeit mit 970 Spielen.

Und in die – von uns so verhasste – zweite Liga würden die Fortunen langfristig sicherlich wieder gerne vorstoßen. Doch nach dem freien Fall, der 2000 begann, als sich der erste wirkliche Mäzen des deutschen Fußballs Jean Löhring zurückzog, ist es ein steiniger Weg in die höheren Etagen des bezahlten Fußballs. Zur Rettung des Vereins beschritt man ungewöhnliche Wege. Letztlich waren es die treuesten Fans, die mit ungewöhnlichen Aktionen zum Spenden aufriefen und so ein wenig Geld in die Kassen spülten. Beispielhaft sei hier die Pressefoto-Aktion mit der nackten Oberliga-Mannschaft genannt, untertitelt mit „Einem nackten Mann greift man nicht in die Tasche, sondern unter die Arme.“.

Doch schließlich musste der Verein wegen Insolvenz 2005 doch den Spielbetrieb einstellen und die Mannschaft zurückziehen. In der Saison 2005/06 startete man in der Verbandsliga, konnte 2008/09 glücklich aufsteigen, weil der Tabellenerste VfL Leverkusen mangelhafte Lizensierungsunterlagen eingereicht hatte, und hatte dann in der NRW-Liga noch mal Glück, als 2010/11 der eigentliche Aufsteiger in die Regionalliga West Germania Windeck zurückzog und somit Fortuna Köln als Tabellenzweiter aufsteigen konnte.

Wie sich der Kölner Südstadt-Club am Samstag darstellen wird, bestimmt interessanterweise nicht nur der Trainer. Denn 2008 startete – einmalig im deutschen Fußball – www.deinfussballclub.de, eine Mitgliederplattform für Fortuna-Fans aus aller Welt, die hier online und basisdemokratisch auf die Aufstellung der Mannschaft Einfluss nehmen können. Aus den abgegebenen Benennungen der Startelf errechnet der Computer dann einen Vorschlag, den – so auch per Internet entschieden – der Trainer berücksichtigen muss.

Doch auch über Transfers, Fanartikel und natürlich über Vorstände und Zuständige des Vereins – respektive der GmbH seit 2009 – bestimmen die Mitglieder. Eine ungewöhnliche Struktur, aber bis jetzt wird den Basisdemokraten von deinfussballclub.de noch der Aufstieg in die Regionalliga hoch angerechnet. Ob man mit dieser Organisationsform auch in der dritten, zweiten oder gar ersten Liga bestehen könnte?

Sei’s drum, am Samstag trifft erst mal der Tabellendritte auf den Tabellensechsten, ob die Fortunen (24 Punkte) dann mit einem Sieg auf die Borussia (29 Punkte) aufschließen kann, wird auf dem Platz und nicht online per Abstimmung am PC entschieden.

 
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