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FanHaus macht Sommerpause!

Von Montag, den 07.05.12 bis einschließlich Freitag, den 08.06.12 bleibt das FanHaus geschlossen. Wir werden einige Renovierungs- und Verschönerungsarbeiten durchführen, damit pünktlich zur Euro das FanHaus wieder in altem bzw. neuen Glanz erstrahlt. Während der Euro werden alle Spiele der dt. Nationalmannschaft live übertragen, auch auf einem großen TV im Biergarten, so dass man mit Gleichgesinnten wieder mal ein Fußball-Großereignis bei günstigen Preisen (FP-Mitglieder 30% auf alle Getränke) verfolgen kann! Bis dahin wünschen wir allen Mitgliedern und Borussen eine wohlverdiente Sommerpause und eine verdiente Auszeit vom Fußball!

 
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Geschrieben von Annica   
Donnerstag, 9. Februar 2012

Ob dieser Gesang jetzt besonders geistreich ist oder nicht, darüber lässt sich sicherlich streiten. Aber wenn man drei Monate vor dem Termin des Pokalfinals bereits am “richtigen Ort” ist, dann muss halt improvisiert werden. “Nur nach Hause geh’n wir nicht” oder “Berlin! Berlin! Wir fahren nach Berlin” von Berlin aus zu singen, ist bestimmt auch nicht passender.

Aber wen interessieren noch sinnvolle Texte, wenn unsere Mannschaft am gestrigen Abend nach langem Zittern (aus verschiedensten Gründen), ins Halbfinale des DFB-Pokals eingezogen ist?! Aber der Reihe nach.

Gegen 09.00 Uhr trafen die ersten von sechs Bussen des Fanprojekts am Überlandbahnhof in Mönchengladbach ein. Sechs Busse. Viele Menschen. Und zunächst nur 1-2 Busse. Dies bedeutete ähnliche Szenen wie beim Winterschlußverkauf. Aber nachdem dann alle irgendwo ein-, wieder aus- und einige Male umgestiegen waren, setzten sich die Busse nach und nach in Bewegung und steuerten das Olympiastadion in Berlin an. Grob geschätzt war auch jedes zweite Auto auf der Autobahn mit Borussia-Schal, Rautenaufkleber oder trikotbekleideten Personen versehen. Aber dass der Andrang auf dieses Spiel groß sein würde, war natürlich keine Überraschung. Schon einige Kilometer vor Berlin fing die Kramerei in den Bussen dann an - alles, was am Morgen mühsam übereinander, und wenig später im Bus wieder ausgezogen wurde, musste jetzt erneut - in der richtigen Reihenfolge - an den Körper gebracht werden. Dass es keine schwerwiegenden Verletzungen gab, ist der Nachsicht von allen Beteiligten zu verdanken, die auf allerengstem Raum, mit Jacken, Schuhen, Socken, Armen und Beinen hantierten und sich immer mehr zum Michelin-Männchen verwandelten. In Bus 4 wurden zudem noch, an einige wenige, probeweise Fußwärmer verteilt, welche die ganz Mutigen nun ebenfalls noch in ihre ohnehin schon viel zu engen Schuhe quetschten (an dieser Stelle ein großes Dankeschön an Udo + Sandra!).

Am Busparkplatz in Berlin angekommen, stellten viele der Reisenden dann aber schnell fest, dass es ja eigentlich gar nicht sooo kalt sei. Jedenfalls nicht, wenn man die lächerlichen -8° mit den sibirischen Temperaturen vom Januar 2010 in Berlin verglich. “Viel zu warm” eingepackt machten sich dann alle nach und nach auf den Weg zum Biergarten und zum Stadion, wo die Kontrollen diesmal verhältnismäßig schnell vonstatten gingen. Nur die Kontrollen am Gästeblock verliefen, so wie man es dort gewohnt ist, teilweise etwas unorganisiert.

Je näher der Anpfiff um 19 Uhr rückte, desto enttäuschter blickten einige Gesichter suchend umher. Aber dann kamen sie doch noch. Pünktlich um 19 Uhr. Mit der Eintrittskarte in der Hand. Mitten in die vollste Reihe des ganzen Gästeblocks hinein. “Entschuldigung, aber das ist mein Platz!” ;) Den Kandidaten 1 und 2 wurde das Szenario der “Fanverteilung” im Block kurz erläutert, verbunden mit der Bitte, sich doch einfach irgendwo hinzustellen, wo Platz sei. Nach kurzem Zögern wurde dies auch in die Tat umgesetzt. Geschätzte drei Minuten später - gleiche Reihe, gleiche Plätze … gleiches Geschehen. Kandidat 3 wollte sich aber nicht so schnell vom Hof jagen lassen und argumentierte “Aber ich suche hier jemanden aus Mönchengladbach!” Für mich ist dies eindeutig der Spruch des Abends gewesen. Wenn die Situation nicht so aussichtslos gewesen wäre, hätte sich bestimmt der ein oder andere hilfsbereite Fan gefunden, der ihn beim Suchen unterstützt hätte. Beim Befragen von ca. 7.000 Fans wärs einem wenigstens nicht zu kalt geworden …

Natürlich füllte sich der Block bis zum Anpfiff und mit großen Erwartungen fieberten alle den anstehenden (vorläufigen) 90 Minuten entgegen. Die mit Hertha-Fans gefüllte Ostkurve gab ein fahnenreiches Bild von sich und auch akustisch hatte man diese schon schlechter erlebt. Auf dem Platz lief zunächst aber nicht viel zusammen. Der Boden zu rutschig, die Pässe zu ungenau, halbherzige und verschenkte Strafraumszenen der Herthaner. In der 35. Minute gab es dann eine kurze Schrecksekunde, als Herrmann und Kobiashvili mit den Köpfen zusammenprallten und Herrmann behandelt werden musste. Zum Glück ging es für ihn aber weiter. In der zweiten Halbzeit suchten die Berliner zunehmend Kontakt zur Rasenheizung… Das Spiel wurde allgemein etwas ruppiger, der gewünschte Spielfluß bleib aus. In der 61. Minute gab es einen Pfostenschuss von Niemeyer, zum Ende der zweiten Halbzeit wurde die Mannschaft von Lucien Favre dann aber aktiver nach vorne, und es gab bessere Chancen. Nach 90 Minuten stand es aber leider immer noch 0:0 und somit zitterten sich alle in die Verlängerung. Zittern, weil es um den Einzug ins Halbfinale des DFB Pokals ging, und das Spiel zwar nicht von der Qualität, aber von der Unterhaltung her trotzdem was zu bieten hatte. Und dem ein oder anderen schlotterten zudem nun auch noch vor Kälte die Knie. Von der anfänglichen Feststellung, es sei ja gar nicht sooo kalt, war man nun weit entfernt.

Auf der Stadionanzeige wurde die Zeit wieder auf 0 gestellt und die erste Hälfte der Verlängerung begann so, wie die zweite Hälfte der regulären Zeit aufgehört hatte. Und dann kam die 100. Minute. Der für Patrick Herrmann in der 70. Minute eingewechselte Igor de Camargo fällt im Strafraum, Hubnik sieht rot, Daems legt sich den Ball auf dem Elfmeterpunkt zurecht, schießt und trifft!! Die Hertha versucht nun natürlich noch mal einen Gang zuzulegen, aber vergeblich. In der Nachspielzeit der Verlängerung (in der zweiten Hälfte wurde die Uhr übrigens erneut auf 0 zurückgestellt!) kommt Oscar Wendt für Mike Hanke auf den Rasen … und trifft eine Minute später mit seinem ersten Ballkontakt, nach toller Vorlage von Arango!

Ob der Elfmeter nun berechtigt war oder nicht - Borussia bleibt auch weiterhin im DFB Pokal und ist seit der Saison 2003/2004 mal wieder im Halbfinale. Am kommenden Samstag findet im ZDF Sportstudio die Auslosung für die nächste Runde am 20./21. März 2012 statt. Natürlich wurde auf der Rückfahrt eifrig über mögliche und vor allem gewünschte Gegner diskutiert. Für die meisten stand jedoch eines ganz klar fest: Es soll ein Heimspiel sein. ;) Ob es dann gegen Dortmund, Bayern oder Fürth geht, müssen wir wohl oder übel abwarten und nehmen, was kommt. Und zwar hat der Pokal seine eigenen Gesetze (ohne diesen Satz geht es einfach nicht) - aber wir haben Lucien Favre!!

Auf der Rückfahrt ging es bei den meisten dann erstmal heiter weiter. Drei der Busse trafen sich zum gemeinsamen “Mäcces”-Besuch gegen Mitternacht. Wer sich nicht ewig in die endlose Schlange bei den überforderten Mitarbeitern stellen wollte, marschierte Autogeräusche imitierend durch den Drive-In und kam so wesentlich schneller an seine Burger! (Die Anzahl dieser menschenähnlichen Fahrzeuge ist allerdings begrenzt und setzt ein wenig Toleranz der Mc Donalds Mitarbeiter voraus!)

Gegen 06.30 Uhr (einige früher, einige später) landeten dann alle wieder am Überlandbahnhof in Mönchengladbach. Nicht fit, aber glücklich. Und bis zum kommenden Spiel am Samstagabend gegen Schalke 04, erinnern wir uns einfach an diesen erfolgreichen Abend zurück und träumen vielleicht schon die ein oder andere Minute vorsichtig davon, in drei Monaten erneut im Berliner Olympiastadion zu stehen...

Fotos: www.jdp-fotos.de

 
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