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Ein letzter Rückblick auf Rom Drucken E-Mail
Geschrieben von TJ   
Dienstag, 26. Februar 2013

„Wenn sich ein Verein in den 70er Jahren in ganz Deutschland in die Herzen der Fans spielt und dann Jahrzehnte keinen Titel holt…dann fährt dieser Verein nach Rom und da stehen 10.000…und Italien versteht die Welt nicht mehr, weil man sowas gar nicht erklären kann. DAS ist Tradition!"

Es ist doch auch mal schön, wenn man ein paar Tage als Fanszene in aller Munde ist und selbst im Sport1-Stammtisch mit obigem Zitat des Fußballexperten Hansi Küpper Erwähnung findet.

Unser Fanauftritt mit nahezu 10.000 Borussen in der ewigen Stadt wird sicherlich in Erinnerung bleiben. In Erinnerung bei uns Fans und in Erinnerung bei Mannschaft und Verantwortlichen der Borussia und auch bei vielen Römern und „richtigen“ Touristen auf Sightseeing-Tour selbst. Die unzähligen asiatischen Touristen, die das schwarz-weiß-grüne Spektakel an der Spanischen oder kurzzeitig auch „Gladbacher Treppe" fotografierten, schienen manchmal ein wenig den Eindruck zu haben, die Gesänge und die Besetzung der Treppe gehören zu einem bunten Unterhaltungsprogramm was eigens ihnen geboten wird.

Auch die Römer selbst machten nicht den Eindruck, als wären sie unentspannt ob der friedlichen Übernahme ihrer Stadt. Von allen Sightseeing-Bussen flatterten Schals und Zaunfahnen, alle Pubs, Pizzerien, Discos und ähnliche Etablissements waren voll, haben gutes Geld verdient und stießen nicht selten an die Grenzen ihrer Biervorräte. Auch in den Supermärkten gingen diese zu Neige. Die Stimmung im Stadion war gut, die Einlasskontrolle lief zivilisiert ab, die Borussen sangen die knapp einstündige Wartezeit im Stadion nach dem Spiel weg (sodass selbst die Spieler Fotos von der Fankurve machten) und als sie endlich das Stadion verlassen durften, quetschten sie sich vorbildlich in die Shuttle-Busse um auch ja schnell die besten Plätze im Pub einnehmen zu können. Sowohl tagsüber als auch abends konnte die italienische Polizei sehr entspannt mit der Situation umgehen. Es waren halt keine „fensterscheibeneinschmeißenden“, randalierenden Horden unterwegs, sondern einfach Fußballfans jeglicher Couleur.

Der gemeine Borusse findet also kein Haar in der Suppe und doch gab es eins, sogar eines was als ganzes Haarbüschel wahrgenommen werden kann: Müll!

Die Reste der schwarz-grün-weißen Invasion. Die spanische Treppe sah aus wie Sau. Nun mag Fan sagen. Müll gehört nun mal dazu, er wird aufgeräumt und danach ist es wieder sauber. Durchaus auch unsere Meinung, besser als würden Dinge mutwillig zerstört. Aber das „wie“ bleibt auch hier entscheidend. Haben viele Borussen ihre Flaschen und Dosen in Kartons gesammelt und am Rand abgestellt, sozusagen als „sauberes Chaos“, das nach dem Abmarsch der Fans einfach eingesammelt werden kann, gibt es dann wiederum die Nachhut an Fans, die nach dem Abmarsch diese angesammelten Kartons verwüsten muss. Da fliegen minutenlang die Kartons und Flaschen von den oberen Bereichen der Treppe nach unten werden durch die Gegend getreten damit auch wirklich die allerletzte Flasche in Scherben liegt. Einen Umstand, den übrigens auch der Römer Bürgermeister anbringt, gleich nachdem er die Messerattentate als nicht akzeptabel kommentiert hat.

Man sollte mit dem Begriff „asoziales Verhalten“ immer vorsichtig sein, doch sozial ist das nicht. Die Nachhut der Borussen, die sich hier verantwortlich zeigt, bleibt jedenfalls bei den Römern und Touristen, die zu diesem Zeitpunkt an der Treppe verweilten und auch diese Aktionen filmten, einzig und dann auch wirklich als „asoziales Pack“ in Erinnerung. Respekt sollte man nicht nur seinen Mitmenschen gegenüber entgegen bringen, sondern auch materiellen Dingen, ganz besonders wenn es sich um jahrhundertealte Denkmäler seiner Gastgeber handelt. Vielleicht denkt der ein oder andere mal drüber nach.

 
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