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Nicht Fisch, nicht Fleisch Drucken E-Mail
Geschrieben von ... dem Schmutz   
Sonntag, 10. März 2013
Ein gewisser Grad anhaltender Fassungs- und Sprachlosigkeit sind für den Chronisten des zurückliegenden Heimspiels keine gute Triebfeder. Nachdem im deutschen Fernsehen jüngst der Begriff der Ambiguität Einzug hielt, darf bei dem Unentschieden gegen Bremen getrost von Resultat gewordener Ambivalenz gesprochen werden.

An den Theken des FanHauses musste ordentlich geackert werden, da sich Samstagmittag schon viele frühzeitig auf den Weg Richtung Borussia-Park gemacht hatten. Vor den Bildschirmen im FanHaus wurden die Leistungen der breiten Konkurrenz dicht gedrängt verfolgt, während draußen auch die Bremer Witterungsbedingungen nicht von der feucht-fröhlichen Einstimmung auf das Abendspiel abhielten.

Wer früh genug im Stadion weilte, war Zeuge des sehr herzlichen Empfangs von Sverki, der sich Knippi‘s Fragen stellte. Was folgte war wohl weniger der Angst vor der eigenen Mutter Courage (man mag sich hier Mutter Wollny im Spielertunnel vorstellen: „Granit, Marc-André, Oscar, Havard, Juan, Tony, Alvaro, Martin, Patrick, Luuk und Amin - kommt ihr bitte mal eben hoch in die Euro League?“), denn der unverhofft geordneten und „kompakten“ Spielweise des zuletzt so formschwachen Gegners geschuldet.

Zumindest aus Sicht und Perspektive der Nordkurve schien allerdings bereits nach einer Viertelstunde alles wunschgemäß zu laufen. Eine herrliche Ablage von Amin Younes und Patrick Herrmann als Vollstrecker. Nun stellen Korrekturen von „Tatsachenentscheidungen“ kein völliges Unikum dar, dass man uns in unserem Pyrrhusjubel jedoch fast eine Minute gewähren ließ, war nicht nachvollziehbar und ein großes Ärgernis. Leider rückten in der Folge Entscheidungen von Herrn Stark in den Fokus, so dass in einem zugegebenermaßen lange wenig mitreißenden Spiel die Emotionen im ausverkauften Rund eher zwischen Unmut und Unverständnis schwankten. Peniel Mlapa, der uns in der 72. Minute zunächst so verzückte, ließ uns in der Nachspielzeit frei vor Mielitz schlussendlich umso bestürzter zurück. Duplizität der Ereignisse.

Hätte, hätte, Abwehrkette – der Blick auf die Tabelle geschieht in diesen Tagen im Konjunktiv. Es ist legitim, dass auch in dieser Spielzeit andere (d.h. höhere) Maßstäbe angelegt werden als zu Zeiten, in denen uns unsere potemkinschen Abwehrreihen und Hornberger Torschützen in Scharen an die Bierpavillons trieben. Für den Moment aber bleibt festzuhalten, dass wir erfreulicherweise weiter in der Verlosung um die nächste Runde Sandstrand sind. Sonntag treffen wir unter vergleichbaren Rahmenbedingungen auf Hannover. Wünschen wir uns diesmal nachhaltigere Treffer. Und bitte kein Unentschieden.
 
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