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T-Shirt "Keiner wie wir!"

Beim Heimspiel gegen Bayern gibt es im FanHaus und im Infostand des Fanprojekts im Stadion hinter der Nordkurve noch die letzten Saisonabschluss-T-Shirts mit dem Motto

"Keiner wie wir!"

Das T-Shirt ist noch in allen Größen vorrätig und gehört für nur 5,00 Euro in jeden Urlaubskoffer eines Gladbach-Fans. Also, greift zu solange der Vorrat reicht!

 
Fan fragt - Arie van Lent antwortet Drucken E-Mail
Mittwoch, 25. März 2009

Das Fanprojekt-Interview mit unserem ehemaligen 9er!
Mit „Fan fragt – Arie van Lent antwortet“ starten wir heute eine Interview-Serie, die ein fester Bestandteil unserer Webseite werden soll. Wir sprechen darin mit den unterschiedlichsten Persönlichkeiten über Themen, die speziell uns Borussen gegenwärtig beschäftigen. Dabei wird es um unseren Verein genauso gehen, wie um Entwicklungen im Fußball allgemein und natürlich die persönlichen Verbindungen unserer Interview-Partner mit Borussia Mönchengladbach.

Arie van Lent lernte das Fußballspielen in Opheusden irgendwo in der niederländischen Provinz Gelderland zwischen Arnheim und Nimwegen. Als 17-jähriger wird er entdeckt - ein Scout von Werder Bremen wird bei einem Militärturnier auf den Luftwaffensoldaten aufmerksam. Nach einem Testspiel, in dem er kurze Zeit später fünf Tore schießt, ist er endgültig Vertragsamateur an der Weser. 18 erfolgreiche Jahre im bezahlten Fußball werden folgen. Neben Bremen (wo er deutscher Staatsbürger wird) spielt Arie in Oldenburg, Fürth, Frankfurt und Essen. Für unsere Borussia erzielt er von 1999 - 2004 in 158 Pflichtspielen insgesamt 62 Tore. Seiner Kopfballstärke verdanken wir ganz wesentlich unseren Aufstieg 2001 und die darauf folgenden Jahre, in denen wir mit ihm die Klasse halten konnten. Darüber hinaus ist er ein unkomplizierter, sympathischer Kumpeltyp, was viele (Borussia-) Fans gerade in der heutigen Zeit sehr zu schätzen wissen.

Ende Februar wurde Arie als Trainer des 1. FC Kleve entlassen, nachdem er mit seiner Mannschaft noch in der Vorsaison die Qualifikation für die neu formierte Regionalliga West geschafft hatte.

Im Fanprojekt-Interview wenige Tage nach dem Derbysieg in K*** erinnert er sich an seine Zeit bei Borussia Mönchengladbach, spricht über sein Verhältnis zu uns Fans und verrät auch seine Zukunftspläne.

FPMG: Arie, vielen Dank, dass du dir die Zeit für ein Interview genommen hast …

Arie (lacht): Ich habe ja jetzt genügend Zeit.

FPMG: Wir Fans stehen natürlich immer noch ganz unter dem Eindruck des Derbysiegs. Wie ist das Spiel aus deiner Sicht verlaufen?

Arie: Ich war selber im Stadion. Nach dem Anschlusstreffer war mir klar, dass es ein richtiges Derby wird. Vorher ist Borussia ziemlich souverän aufgetreten. Glücklicherweise fällt sofort das 3:1. Insgesamt war es sicher keine Fußballshow, aber die Art und Weise, wie Borussia zweimal zurückgekommen ist, das war schon richtig gut.

FPMG: War das rheinische Derby auch für dich etwas ganz Besonderes, oder ging es auch hier immer nur um drei Punkte?

Arie: Natürlich geht es letzten Endes nur um drei Punkte, aber vor Allem durch die Medienberichte weißt du, dass ein ganz besonderes Spiel bevorsteht. Das Stadion wird voll sein, die Stimmung dort ist ein bisschen aggressiver als sonst, was sich auch auf die Spieler überträgt. Kann man solche Spiele gewinnen, ist es für die Mannschaft und die Fans besonders schön. Ein Derby ist schon ein Highlight.

FPMG: Gab es für dich Spieler, gegen die du eine persönliche Abneigung hattest, gerade weil sie eben in K*** spielten?

Arie: Nein, eigentlich nicht. Dirk Lottner habe ich im Laufe der Jahre sogar richtig schätzen gelernt. Wir wussten in den Derbys, um was es ging, haben uns aber trotzdem gegenseitig respektiert, und obwohl wir uns natürlich nur selten gesehen haben, waren wir uns nicht unsympathisch. Heute drücken wir zusammen die Schulbank.

FPMG: Wurdet Ihr früher von den Trainern ganz speziell auf ein Derby vorbereitet?

Arie: Aufgrund der Medien, die ein Derby „hochpushen“, was die Spieler natürlich wahrnehmen, muss der Trainer vor einem Derby eher versuchen, dem Ereignis etwas Normalität zu verleihen.

FPMG: Wie geht es dir ansonsten?

Arie: Ich habe ja jetzt bei Kleve verfrüht Urlaub bekommen. Angenehm ist das nie, aber letztlich musst du auf so etwas immer gefasst sein, wenn du unten stehst. Deshalb fühle ich mich jetzt aber nicht schlecht.

FPMG: Was hast du eigentlich alles gemacht, seit dem du im Sommer 2004 von der Borussia weg bist?

Arie: Ich bin zunächst nach Frankfurt gegangen, wo ich eigentlich noch zwei Jahre spielen wollte. In Gladbach wollte man mich im Sommer 2004 noch für ein Jahr weiter verpflichten, bei der Eintracht erhielt ich einen Zweijahresvertrag, was meinen Vorstellungen eher entsprach. Nach dem Aufstieg in die 1. Bundesliga bin ich aber letztlich nur anderthalb Jahre in Frankfurt geblieben. Es folgte der Wechsel nach Essen, wo wir wieder aufgestiegen sind. Wegen eines Bandscheibenvorfalls war aber auch dort frühzeitig Schluss. Es ist sicher keine Schande, als Fußballprofi mit 36 Jahren seine aktive Laufbahn zu beenden.

FPMG: Du hast dann die Trainerausbildung begonnen …1. Trainerstation: 1. FC Kleve

Arie: Ja, ziemlich schnell. Als im Januar 2007 in Essen Schluss gewesen war, habe ich sofort meine B-Lizenz gemacht. Im März wusste ich schon, dass das Engagement in Kleve bevorstand. Ich habe mich gut auf die Aufgabe vorbereitet und dann sogar während meiner Zeit dort die A-Lizenz erworben. Seit etwa 14 Tagen hat sich Kleve aber erledigt.

FPMG: War es dir bei deiner ersten Trainerstation wichtig, in der Nähe deiner Familie arbeiten zu können?

Arie: Das hat keine große Rolle gespielt. Es war eher zufällig so, dass Kleve gerade einmal 30 Minuten mit dem Auto von meinem Geburtsort in den Niederlanden entfernt liegt. Ich bin natürlich gerne bei meiner Familie, bei meinen Kindern. Sicher ist es kein Problem, in gewissen Grenzen zu pendeln, aber wenn die Familie in der Nähe ist, ist es umso schöner.

FPMG: Apropos niederländische Wurzeln: Nach dem Wiederaufstieg 2001 wurdest du als Kandidat für die deutsche Nationalmannschaft gehandelt. Hättest du das deiner niederländischen Familie tatsächlich zugemutet?

Arie: Natürlich. Zu der Zeit hatte ich mich beim Abschlusstraining zu irgendeinem Spiel verletzt. Christian Hochstätter schickte mich zu Dr. Müller-Wohlfahrt, der sich wegen eines Länderspiels gerade in Gelsenkirchen aufhielt. Ich fuhr also sozusagen der Nationalelf hinterher, was natürlich auch die Presse bemerkte. Man glaubte, dass ich wegen einer Verletzung, die Oliver Bierhoff ebenfalls kurz vorher erlitten hatte, tatsächlich nachnominiert worden sei. Das hat mich natürlich amüsiert. Allerdings hatte ich nie Kontakt zu Rudi Völler, der damals Nationaltrainer war. Im niederländischen Teil meiner Familie hätte aber niemand damit ein Problem gehabt. Die mögen alle Deutschland.

FPMG: Wo hast du als Spieler deine erfolgreichste und damit vielleicht schönste Zeit erlebt?

Arie: In Bremen war es sehr schön. Werder kam mir immer wie eine große Familie vor. Aber ich muss klar sagen, dass ich meine Zeit in Mönchengladbach als die erfolgreichste meiner Karriere und auch für mich ganz persönlich als die beste bewerte.

FPMG: Warum?

Arie: In Mönchengladbach haben Nicole und ich uns ab dem ersten Tag richtig wohl gefühlt. Dazu kam der sportliche Erfolg. Seit fünf Jahren leben wir jetzt in Korschenbroich, wo wir ein Haus gebaut haben. Bei Borussia passte einfach alles zusammen. Darüber hinaus mögen wir auch die Rheinländer mit ihrer offenen Art sehr.

FPMG: Wie schätzt du die aktuelle Situation bei Borussia ein?Arie van Lent auf der Borussia-Karnevalssitzung

Arie: Die jüngste Tendenz ist ja wieder sehr positiv. Die Mannschaft hat sich offensichtlich gefunden. Hoffentlich geht es so weiter. Der Klassenerhalt ist aber sicher machbar. Es wurde viel Schlechtes über Borussia geschrieben, und sicher lief Manches auch nicht optimal. Zwei Siege in Folge lassen die Mannschaft jedoch in einem ganz anderen Licht da stehen, was auch gut ist. Sicher wird auch wieder mal ein Spiel verloren gehen. Das muss einfach einkalkuliert werden. Sollten die nächsten 2-3 Spiele halbwegs erfolgreich gestaltet werden, ist der Mannschaft der Klassenerhalt sicher nicht mehr zu nehmen. Das wäre natürlich auch für die Fans gut, für die Stadt und für die Region, in der die Borussia eine so wichtige Rolle spielt. Auf welchem Tabellenplatz die Saison dabei beendet wird, ist völlig unwichtig.

FPMG: Deine beste Bundesligaplatzierung mit Borussia war …

Arie: Platz 11. Meine letzte Saison für Borussia. Damals war Holger Fach Trainer.

FPMG: Bei Werder Bremen stehen auf dem Papier für dich ein Europapokalsieg, zwei DFB-Pokalsiege und eine Meisterschaft. Trotzdem sagst du, dass du deine erfolgreichste Zeit bei Borussia Mönchengladbach hattest?

Arie: Die Statistik ist das eine. Wenn du nicht regelmäßig auf dem Platz stehst, erlebst du das auch nicht so mit wie die Leute, die spielen. Irgendwie war ich natürlich mit dabei, aber durch den permanenten Wechsel damals zwischen Profis und Amateuren, bei denen ich Spielpraxis bekommen sollte, fehlte mir in Bremen doch etwas die Bindung zur Stammelf. Das war in Gladbach anders. Dort war ich Stammspieler, konnte Tore schießen und hatte damit klar sichtbaren Anteil am Erfolg der Mannschaft. Das ist dann etwas ganz Anderes. Für mich hat der Aufstieg mit Borussia deshalb einen höheren Stellenwert als die Meisterschaft mit Werder Bremen.

FPMG: Immerhin hast du ja für Borussia auch über 60 Pflichtspieltore geschossen …

Arie: „Das ist Vergangenheit. Als Trainer musste ich lernen, auch mit solchen Zahlen umzugehen. Was meine eigenen sportlichen Leistungen angeht, interessiert mich das aber nicht mehr.

FPMG: Hast du noch Kontakte zu deinen ehemaligen Kollegen z.B. aus der Aufstiegsmannschaft?

Arie: Wenig. Durch die Weisweiler-Elf, für die ich sehr gerne spiele, sehe ich natürlich den einen oder anderen. Mit Thomas Kastenmeier habe ich zwar nicht mehr zusammen gespielt, aber mit dem bin ich gut befreundet. Die anderen habe ich aus den Augen verloren. Manch einer ist noch aktiv, einige sind ins Ausland gegangen. Kontakt zu halten, ist da schwierig.

FPMG: Speziell für unsere jüngeren Fans: Was für ein Spielertyp warst du? Was waren deine Stärken und Schwächen?

Arie (lacht wieder): An Schwächen kann ich mich gar nicht erinnern. Nein ernsthaft: Auf und neben dem Platz war ich nicht der Schnellste. Sicher gab es auch manch technisches Defizit. Das konnte ich aber ganz bestimmt wettmachen durch meinen körperlichen Einsatz, den ich immer 100%ig gebracht habe. Da ich mir meiner Schwächen bewusst war, habe ich immer versucht, mit viel Aggression, natürlich positiv, in die Spiele zu gehen. Eine klare Stärke war auch mein Kopfballspiel. Da die Fans heute immer noch meinen Namen rufen, gehe ich mal davon aus, dass sie mit meinem Auftreten auf dem Platz gut leben konnten. Wobei jetzt auch die Zeit für neue Idole kommen muss.

FPMG: Was unterscheidet Borussia Mönchengladbach im positiven Sinne von anderen Bundesligavereinen?

Arie: Alles in und um Mönchengladbach herum ist irgendwie Borussia. Selbst in meiner niederländischen Heimat gab es von jeher Borussia-Fans, die schon in den 70er Jahren am Fernseher dabei waren. Es ist einmalig, wie hier der Fußball gelebt wird. Manchmal führt das dazu, dass aus einer Mücke ein Elefant gemacht wird, was negativ sein kann, aber meistens doch sehr positiv ist. Die Fangemeinde von Borussia ist riesig, was natürlich an der unendlich langen Tradition des Vereins liegt. Es gibt im Fußball nichts Schöneres, als für einen solchen Traditionsverein tätig zu sein.

FPMG: Und was hat die Borussia in den letzten Jahren falsch gemacht? Tut es dir nicht auch weh, dass man trotz der vielen Fans und mit einem neuen Stadion im Rücken immer noch keine wirklichen Schritte nach vorne gemacht hat?

Arie: Natürlich ist das bitter. In den letzten Jahren hat die Konstanz gefehlt. Es wurde viel Geld in neue Spieler investiert. In gewisser Hinsicht kam damit schon Qualität nach Mönchengladbach, die Spieler passten aber oft nicht zusammen. Gerade in den letzten 2-3 Jahren gab es ein permanentes Rein und Raus, da hat die Konstanz gefehlt. Deshalb zählt in der jetzigen Situation nur der Klassenerhalt, damit ab dem Sommer vielleicht ein wirklicher Schritt nach vorne gemacht werden kann.

Die Nordkurve beim letzten Bökelberg-Spiel

FPMG: Der Bökelberg war dein Wohnzimmer. Den BORUSSIA-PARK hast du als Spieler ebenfalls noch kennen gelernt. Wo liegen die wesentlichen Unterschiede zwischen den beiden Stadien?

Arie: Zweimal durfte ich noch im BORUSSIA-PARK auflaufen. Mit Eintracht Frankfurt hatten wir schon 2:0 geführt und dann noch 4:2 verloren. Damit konnte ich aber gut leben (Arie lacht schon wieder). Beim Abschiedsspiel von Uwe Kamps war ich ebenfalls mit von der Partie. Vielen Leuten scheint der Bökelberg zu fehlen, es war aber klar, dass Mönchengladbach ein neues Stadion brauchen würde. Fußball ist „in“, was man auch in anderen Städten beobachten kann. Borussia musste da mitziehen. Trotzdem hatte der Bökelberg schon seinen ganz speziellen Reiz. Wenn du durch den Tunnel kamst, sahst du rechts und links zwei steile Wände mit begeisterten Fans ganz nah am Geschehen. Ich hab’ da immer eine Gänsehaut bekommen. Sicher hatte das auch mit der Geschichte dieses Stadions zu tun. Die Spiele, die dort absolviert wurden, sind für Mönchengladbach unvergesslich. Schade, dass das Stadion verschwunden ist.

FPMG: Hast du das eigentlich wahrgenommen, wenn du im Stadion mit „Arie van Lent“-Gesängen gefeiert wurdest?

Arie: Natürlich. Fast jeder Spieler hört so etwas gern, wobei klar ist, dass immer eine ganze Mannschaft am Erfolg beteiligt ist und nicht nur ein Stürmer, der es natürlich etwas leichter hat, besungen zu werden, weil er die Tore schießt. Aufstiegsfeier mit Arie van Lent

FPMG: Können die Fans mit ihren Gesängen tatsächlich ganze Spiele maßgeblich beeinflussen?

Arie: Auf dem Rasen bekommst du sehr gut mit, was auf den Tribünen passiert. Wird ein Spieler zum Beispiel permanent ausgepfiffen, beeinflusst ihn das mit Sicherheit. Ich kann da nur an das Verantwortungsbewusstsein der Fans appellieren, wenn es um Spieler der eigenen Mannschaft geht. Manchmal braucht ein Spieler eben etwas Zeit, um sich zu entwickeln. Das sollten auch die Fans respektieren. Oft ist es aber auch so, dass der Applaus oder die Gesänge der Fans die Spieler extrem motivieren.

FPMG: Bist du nach Spielende immer gerne in die Kurve gekommen, oder war das eher eine lästige Pflicht für dich?

Arie: Die meisten Spieler machen das gerne. Es gehört einfach dazu. Spieler und Fans haben beide ihren Beitrag geleistet, da ist es doch völlig normal, dass sie auch nach Spielende zusammen sind.

FPMG: Du warst fast zwei Jahrzehnte als Profi aktiv. Wie hat sich in dieser Zeit der Fußball verändert?

Arie: Alles wird hektischer und schnelllebiger. Die Medienpräsenz hat extrem zugenommen. Es kann dir passieren, dass die Medien dich von heute auf morgen von einem Superstar zu einem Versager machen. Die Spieler wechseln nicht mehr nach 6-7 Jahren den Verein, sondern nach höchstens drei Jahren, manchmal noch schneller. Früher hat man sich als Spieler sicher auch viel mehr mit dem Verein identifiziert. Heute fehlt das. Es ist alles ein Stück mehr zu einem Geschäft geworden. Es ist aber immer noch das Schönste der Welt, wenn du mit dem Fußball dein Hobby zum Beruf machen kannst.

FPMG: Was würdest du heute einem jungen Spieler, wie Marko Marin mit auf den Weg geben?

Arie: Geduld zu haben. Der Junge hat so viel Talent. Seine große Zeit hat er natürlich noch vor sich. Obwohl er in so jungen Jahren bereits Spiele entscheidet, soll er ruhig bleiben. Dazu gehört auch, dass er sich über gewisse Dinge nicht zu sehr ärgern soll. Das wird sich alles von alleine erledigen. Für Mönchengladbach wäre es toll, wenn ein solcher Spieler auch über das Saisonende hinaus bleiben würde. Marcel Ketelaer ist viel zu früh gegangen und ist gescheitert, Marcel Jansen dagegen hat sich toll entwickelt. Das Geld spielt natürlich auch immer eine Rolle.

FPMG: Wie ist es zu deinem Rauswurf in Kleve gekommen?

Arie: Kleve war für mich als Einstieg in den Trainerberuf optimal. Wir haben uns gleich für die Regionalliga qualifiziert, wobei dann klar war, dass es sicher nicht einfach werden würde, gegen die neuen Konkurrenten zu bestehen, was auch im Verein bekannt war. Letztlich bekommst du als Trainer aber immer Probleme, wenn du unten drin stehst. Die Sache war sicher etwas ärgerlich, ich kann aber damit leben.

FPMG: Was sind deine nächsten Pläne?

Arie: Ich möchte gerne den Fußballlehrer machen, der mir ja noch fehlt. Ich gehe davon aus, dass mein Lehrgang in Köln im Sommer beginnt. Danach werde ich den eingeschlagenen Weg als Trainer weiter fortsetzen.

FPMG: Könnte dieser Weg später auch einmal den eines Bundesligaclubs kreuzen?

Arie: Als Spieler habe ich immer alles in Ruhe auf mich zukommen lassen. Genauso werde ich auch jetzt verfahren. Ich plane erst einmal einen, maximal zwei Schritte, danach sehe ich weiter. Ganz grundsätzlich kann ich mir natürlich alles vorstellen. Dabei nehme ich mir auch gerade die vielen ehemaligen Spieler der Borussia zum Vorbild, die heute Trainer sind.

FPMG: Was würdest du tun, wenn heute Uli Hoeness bei dir anklingeln würde …?

Arie (lacht erneut): Ich würde natürlich hinfahren und mir Ulli’s Pläne anhören.

FPMG: Arie, zum Schluss machen wir eine kleine Quizrunde mit insgesamt drei Fragen …

Arie: Schieß’ los!

FPMG: Frage 1: Wer ist der einzige Spieler, der in der Geschichte der Fußball-Bundesliga in einem Spiel nach einem Eigentor noch 3 Tore für seine Mannschaft erzielte?

Arie: Arie van Lent, 1997 gegen den 1.FC K***.

FPMG: Stimmt. Frage 2: Wer schoss das letzte Bundesligator auf dem Bökelberg?

Arie: Arie van Lent, 2004 gegen 1860 München. Über das Tor freue ich mich heute noch. Da hat der liebe Gott es sehr gut mit mir gemeint. Es war das 3:1, wodurch dann auch Uwe Kamps noch einmal zu einem Bundesligaeinsatz kam, als Jörg Stiel für ihn ausgewechselt wurde.

FPMG: Stimmt schon wieder, nun Frage 3: Wer schoss nach dem Wiederaufstieg der Borussia 2001 das erste Pflichtspieltor?

Arie (lacht): Das war ich leider auch. Das Spiel war sensationell. Da hätte Gladbach bestimmt 100.000 Karten verkaufen können, als wir als Aufsteiger gleich zum ersten Spiel den Deutschen Meister zu Gast hatten und 1:0 gewinnen konnten.

FPMG: Bravo, Arie. Drei Fragen, drei Punkte. Damit bist du für die Finalfrage qualifiziert.

Arie: Aha!?

FPMG: Welcher deutsche Fußballer sagte einmal: „Ich habe keine Spielerfrau, ich habe eine richtige Frau.

Arie: Arie van Lent, und zu dieser Aussage stehe ich immer noch. Der Begriff „Spielerfrau“ ist für mich irgendwie mit etwas Negativem verbunden. Das sollte für Nicole nie gelten.

FPMG: Arie, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview mit Arie van Lent im FanHaus des FPMG führte Ralf – Ralle – Adam, BFC Spreeborussen’86

Ralf Adam traf Arie van Lent im FanHaus

 
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