Bumsis Meinung

Hallo liebe Freunde der Fußballtraditionen!
Die Presse der letzten Tage rund um unsere Borussia, gab mir einmal mehr Anlass darüber nachzudenken, was eigentlich für einen Fußballfan immer dazu gehört. Da wäre z.B. das Treffen von Gleichgesinnten, der wöchentliche Stadionbesuch oder der Besuch einer Stammkneipe zum gemeinsamen Anschauen der Spiele vor der Flimmerkiste, Schal + Trikot (unabghängig von den Temperaturen), die Fachsimpelei über den aktuellen Gegner oder Aufstellung, Umstellung oder Meinungen über Trainer und Spieler, die obligatorischen Bierchen, usw. So unterschiedlich aber alle Fans (vereinübergreifend) auch denken und handeln - eines bleibt doch Jahr für Jahr dassselbe und ist schon zu einer ... etwas umstrittenen Art von Tradition geworden. Und Schuld ist diese obligatorische, fast auch schon traditionelle, Phase, in der es der Verein XY nicht schafft, der angestrebten Leistung zu entsprechen. Und irgendwann macht es in einigen Fanköpfen dann "peng" und es wird gepfiffen was das Zeug hält. Gegen die Leistung der Mannschaft, gegen die Aufstellung des Trainers, gegen Ballverluste, gegen alles. Und auch wenn diese "Retro-Pfiffe" genau so wie das berühmte Murmeltier alljährlich wiederkehren, wird dem Ganzen unfassbar viel Bedeutung geschenkt, in der Presse breitgetratscht und die ganze Welle gerät bis zum anstehenden Spieltag unaufhörlich ins Rollen. Aber macht es Sinn Jahr für Jahr auf diesen immer wiederkehrenden Trend zu reagieren? Sieht man die ganze "Welle" als einen Teil der dazugehörenden Tradition, dann ja. Und wenn sogar schon die Ho$$enheimer in Bezug auf ihren Verein den Begriff Tradition in den Mund nehmen, dann liegt der Traditionsfaktor bzgl. Pfiffen im Stadion auf einer Skala von 1 - 10 mindestens bei 20! Trotzdem sollte ein jeder Fan (und diese Bitte geht aus eigenem Interesse vor allem an die Fans mit der einzig wahren Raute auf dem Trikot) sich noch einmal darüber im Klaren werden, ob wirklich JEDE Art von Tradition Sinn macht oder ob das ein oder andere nicht doch so langsam mal aussortiert werden sollte. Genau so wie Tradition nicht vor dem Abstieg schützt, schützt sie anscheinend auch leider nicht vor Dummheit und Fehlverhalten.
In traditionsreicher "In diesem Sinne"-Verabschiedung,
Euer Bumsi
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| T-Shirt "Keiner wie wir!" |
| Fanprojekt im Klartext |
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| Samstag, 24. Oktober 2009 | |
Es gibt rund um das Derby – aber gelegentlich auch außerhalb dieser Ausnahmesituation – in der Anhängerschaft der Borussia und auch unter unseren Mitgliedern Diskussionen darüber, wie sich das Fanprojekt zu positionieren hat, insbesondere gegenüber den Ultras und gegenüber gewaltbereiten Fans. Das ist gut und richtig so, denn nur durch kritische oder positive Beiträge – ob jetzt von Mitgliedern oder Außenstehenden – können wir uns als Fanprojekt weiterentwickeln.Nun ist aber an der Zeit, vielleicht noch einmal für alle klarzustellen, wer das Fanprojekt ist und wie es zu den von uns geäußerten Meinungen kommt. „Wir sind der FPMG Supporters Club e. V., die einzige von Borussia anerkannte Dachorganisation und Interessenvertretung aller Borussia Mönchengladbach-Fans und bieten erstklassige Fanbetreuung für erstklassige Fans!“ So ist es auf unserer Homepage satzungsentsprechend zu lesen und so verstehen wir uns auch. Schlüsselwort im Rahmen der aktuellen Diskussionen ist dabei das kleine Wörtchen „aller“. Genau, wir sind bestrebt, wirklich ALLE Fans zu vertreten, unabhängig davon, ob ihre Art, ihr Fansein auszuleben, deckungsgleich ist mit der Art, die jeder einzelne haupt- oder ehrenamtliche Mitarbeiter im Fanprojekt für sich selbst gewählt hat. Genauso wenig haben wir ein Ideal davon, wie denn ein Fan sein müsste. Was heißt das jetzt konkret? Das heißt ganz konkret, dass wir immer und ständig bemüht sind, uns mit der neuen Fankultur, den Ultras, auseinanderzusetzen. Das heißt, dass Ultras von uns NICHT ausgegrenzt werden, sondern wir uns mit unseren Angeboten bemühen, ihnen innerhalb des Fanprojektes und der gesamten Fanszene eine Heimat zu geben. Ob das bis jetzt gelungen ist oder noch gelingt oder nicht sei dahingestellt, das ändert nichts an unserem Bemühen. Denn es ist unsere selbstgewählte Aufgabe, ALLE Fans zu vertreten. Unabhängig davon, dass wir immer wieder in Gesprächen das Handeln und Auftreten der Ultras mit ihnen und auch untereinander heftig diskutieren, ohne immer alles gutzuheißen. Das heißt auch ganz konkret, dass wir sogenannte Kategorie-C-Fans als Personen NICHT per se ausschließen, auch wenn wir wir gewalttätiges Handeln grundsätzlich und immer und radikal verurteilen und ablehnen. Auch die Freunde der dritten Halbzeit sind Borussen-Fans und deshalb gehören sie auch zu denen, die wir vertreten. Es ist eben entgegen landläufiger Meinung in den meisten Fällen nicht so, dass sich diese Leute nur zum Prügeln treffen, sondern sie alle haben eine eigene Fankarriere hinter sich und ihr eigenes Fanleben vorweisen. Es geht nicht darum, dass wir jedes Handeln von jugendlichen Ultras oder notorischen Schlägern gutheißen und unterstützen, sondern es geht darum, dass alle diese Menschen für uns in allererster Linie Borussen-Fans sind. Und das sind sie, ob man es glauben kann oder nicht. Menschen auszugrenzen, zu isolieren, bringt auf lange Sicht überhaupt nichts. Es führt auf lange Sicht sogar dazu, dass wir quasi ein Anforderungsprofil an den Borussen-Fan entwickeln müssten und festlegen müssten, wie denn der von uns gewünschte Fan auszusehen hätte, um dann die unerwünschten auszuschließen. Wo so viele Menschen zusammenkommen, die die Raute vereint, da ist logischerweise immer irgendjemand dabei, der nicht unauffällig in seinem Sprechen und Handeln bleibt, in welcher Form auch immer. Was wäre das denn für ein Fanprojekt, dass sich von den wie auch immer gearteten Problemfans einfach trennt und verlauten lässt: „Mit euch wollen wir nix mehr zu tun haben.“ Gerade diejenigen, die auf irgendeine Art am Rande stehen und nicht der breiten Masse zugehören – durch welches Auftreten und Verhalten auch immer – bilden einen Schwerpunkt unserer Arbeit und haben unsere Zuwendung nötig, damit es uns weiterhin gelingt, eine halbwegs geschlossene Fanszene zu bleiben. Dass dabei die „normalen“ Fans nicht zu kurz kommen dürfen, ist klar und ist eine weitere Herausforderung, der wir uns jeden Tag stellen. Es geht nach wie vor unserer Meinung nach kein Weg vorbei an einem integrativen und auf Selbstregulierung und Entanonymisierung aufbauenden Ansatz. Alle Borussen-Fans haben unsere Aufmerksamkeit, kritisch, unterstützend, fördernd oder bremsend, in hitzigen Diskussionen oder in lockeren Gesprächen am Bierpilz verdient. Und das schlicht und ergreifend, weil sie genau wie wir die Raute im Herzen tragen. Wenn eine Ausgrenzung bestimmter Fangruppen jetzt immer wieder von innen und außen an uns herangetragen wird, dann wollen wir jetzt hier noch einmal darstellen, wohin das führen könnte. Grenzen wir die Ultras aus, dann kommt der Nächste, dem gewisse Verhaltensweisen von Fans auf den Geist gehen und sagt: „Die Jungs unten in Block 16, die sind genau so schlimm wie die Ultras, könnt ihr da nicht was gegen machen?“ Wenn wir dem nachgeben, dann ist irgendwann kein Halten mehr. Dem einen passt dieses nicht, dem anderen jenes. Vielleicht gibt es gar jemanden, den Frauen beim Fußball stören, dem Leute über 50 auf den Geist gehen oder der Männer mit Vollbart nicht leiden kann. Dies ist jetzt vielleicht ein wenig ironisch, aber man bedenke auch politische oder religiöse Orientierungen, die bei uns grundsätzlich keine Rolle spielen, solange nicht der Vertreter der ein oder anderen Richtung versucht, unter anderen Fans mit wie auch immer gearteten Mitteln für Unruhe zu sorgen. Um es also allen Mitgliedern und allen interessierten Außenstehenden noch einmal ganz klar zu machen: Wir verteten ALLE Borussen-Fans. Und das ist ein verdammt schwerer Job. Jedem Mitglied steht es frei, sich auf der nächsten Jahreshauptversammlung mit Vorstandswahl zu kandidieren. Es können Anträge eingereicht werden, es kann leidenschaftlich diskutiert werden. Wir werden nicht müde zu betonen, dass jeder, der die Raute im Herzen trägt, bei uns willkommen ist. Jeder. Alle Borussen. Auch Du. |
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Es gibt rund um das Derby – aber gelegentlich auch außerhalb dieser Ausnahmesituation – in der Anhängerschaft der Borussia und auch unter unseren Mitgliedern Diskussionen darüber, wie sich das Fanprojekt zu positionieren hat, insbesondere gegenüber den Ultras und gegenüber gewaltbereiten Fans. Das ist gut und richtig so, denn nur durch kritische oder positive Beiträge – ob jetzt von Mitgliedern oder Außenstehenden – können wir uns als Fanprojekt weiterentwickeln.