| Endlich wieder Fußball |
| Geschrieben von Fabian | |
| Mittwoch, 3. März 2010 | |
Wer die Berichterstattung über die deutsche Nationalmannschaft in den vergangenen Wochen verfolgte, der hatte den Eindruck, der DFB und die „Leitung der Nationalmannschaft“ sei ein tief zerstrittener Haufen, der seine Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Zukunft des Teams über die Massenmedien austrägt. Rund 100 Tage vor dem Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft in Südafrika wäre es aber viel wichtiger, den Fokus auf das Formen einer Mannschaft zu setzen, die wieder für positive sportliche Schlagzeilen sorgen kann.Eigentlich kann sich der deutsche Fußball-Fan auf die Weltmeisterschaft in diesem Sommer in Südafrika freuen. Zum Einen erzielte die Nationalmannschaft bei den letzten großen Turnieren gute Ergebnisse, zum Anderen verfügen Jogi Löw & Co. dank solider Jugendarbeit bei einer Vielzahl von Vereinen über ein großes Reservoir an jungen Spielern, die in die Auswahl der Bundesrepublik drängen. Doch der Streit zwischen der DFB-Leitung und Bierhoff, Löw & Co., der nun bis nach der WM schwelen wird, könnte die guten Aussichten merklich trüben. Auch wenn alle Verantwortlichen betonen, die Vertragsverlängerung oder Nicht-Verlängerung würde in den nächsten Wochen und Monaten vor und während der WM kein Thema sein, so kann das Thema kaum gänzlich ausgeblendet werden. Des weiteren ist bei Misserfolgen in Vorbereitungsspielen und während des Turniers zu befürchten, dass die Medien das Thema wieder brühwarm aufwärmen werden. Andererseits könnte ein erfolgreiches Testspiel den Fokus der Berichterstattung auch wieder auf das Sportliche lenken. Die Partie am heutigen Abend ist dabei sportlich von höchster Wichtigkeit, denn der Vergleich mit der Auswahl Argentiniens ist das letzte Spiel vor der endgültigen WM-Kader-Nominierung von Trainer Jogi Löw. Und so muss das Testspiel sowohl die Möglichkeit bieten neue Spieler und Formationen auszuprobieren als auch bestehende Formationen sich „einspielen“ zu lassen. Aus dem Kader der Borussia wird kein Spieler mit der deutschen Nationalmannschaft die Reise nach Südafrika antreten, so viel steht schon jetzt fest. Das Interesse am Spiel heute Abend hält sich trotz der sportlichen Brisanz in Grenzen. Gestern waren noch rund 3.000 der 66.000 Tickets erhältlich. Bei Preisen von 60-100 € für die verbliebenen Karten kein Wunder, dass das Interesse an Länderspielen etwas nachgelassen hat. So wird Fußball-Deutschland heute Abend wieder vor dem Fernseher Platz nehmen und gespannt das Geschehen auf und abseits des grünen Rasen verfolgen, in der Hoffnung, dass endlich der Fußball selbst wieder Schlagzeilen produziert. |