Borussia Dortmund – der Namensvetter im Blickpunkt
Geschrieben von Nessy   
Freitag, 5. März 2010

Auch wenn für uns VfL-Fans ganz klar ist, dass es natürlich nur eine „wahre“ Borussia gibt und diese aus Mönchengladbach kommt, so hängen dem Namensvetter aus Dortmund trotz allem zahlreiche Fußballfreunde an. Seit vielen Jahren verzeichnen die Dortmunder Zuschauerrekorde in ganz Deutschland – und auch im internationalen Vergleich halten die Schwarzgelben immer wieder gut mit. Mit einer Kapazität von 25.000 Plätzen bietet Borussia Dortmund die größte Stehplatztribüne Europas und ist somit gerade für den „bodenständigen“ Fußballfan attraktiv.

Nicht umsonst werden jährlich ca. 45.000 Dauerkarten für den Signal Iduna Park (ehemals Westfalen-Stadion) verkauft. Aus diesen Besuchermassen muss sich dann doch auch eine aktive und facettenreiche Fanszene heraus entwickelt haben, oder?

Das ist – auch bei allen möglichen Vorbehalten gegen den BvB – nicht zu leugnen. In über 500 Fanclubs sind etwa 25.000 Dortmund-Fans organisiert. Die Fanclubs aber auch die Einzelfans werden durch die 2004 gegründete Fanabteilung mit ihren verschiedenen Organen betreut und ihre Interessen gegenüber dem Verein vertreten. Vermehrt liegen die Wurzeln der Anhänger im Ruhrpott, aber vor allem seit den Erfolgen in den 90er Jahren hat sich die Begeisterung für die schwarzgelbe Borussia auch auf ganz Deutschland ausgeweitet.

Neben der Fanabteilung gibt es in Dortmund bereits seit den 80er Jahren auch ein Fanprojekt, das von Sozialarbeitern geführt wird und rechtsradikalen Tendenzen in der Fanszene entscheidend entgegengewirkt hat. Die aktive Fanszene von Borussia Dortmund, insbesondere die ultraorientierte Fangruppierung The Unity, die ca. 400 Mitglieder zählt und im Stadion besonders für Choreographien und lautstarken Support „zuständig ist“, gibt rechten Tendenzen ebenfalls nur wenig Raum.

Ein besonders wichtiges Medium der Fanszene ist das Fanzine „Schwatzgelb“, das im Jahr 2000 ins Leben gerufen wurde. Anders als das traditionelle Gladbacher Fanzine „Nordkurve“ ist „Schwatzgelb" ein Onlinemagazin und bietet zusätzlich ein Diskussionsforum, in dem sich die User über ihren Verein austauschen können. Es erreicht täglich ca. 30.000, in Spitzenzeiten sogar bis zu 50.000 Fans. Nachdem das Angebot von Berichten, Kommentaren, Fotos und vielem mehr rund um den BvB also zunächst „nur“ online zu beziehen war, ist „Schwatzgelb“ in den letzten Jahren vereinzelt auch als Printausgabe eingeführt worden.

Aber nicht nur in Foren oder Fanzines diskutieren die Dortmunder Fans. Sie suchen auch den direkten, persönlichen Kontakt zum Verein und äußern dort Kritik Dass der Fanszene Tradition und Werte wichtig sind und sie sich auch gegen die eigene Vereinsführung zur Wehr setzt, zeigt beispielsweise das Durchsetzungsvermögen im Hinblick auf ihr Vereinslied mit dem Titel „Wir halten fest und treu zusammen“. Die Clubführung um Gerd Niebaum wollte dem 1934 anlässlich des 25-jährigen Vereinjubiläums komponierten Stückes zwei neue Strophen hinzufügen und die im Refrain auftauchende Zeile „Ball heil, hurra, Borussia“ durch „Hip, hip, hurra“ ersetzen, um so eine vermeintlichen Assoziation zur rechten Szene entgegenzuwirken. In der Mitgliederversammlung im Jahr 2005 setzte die Fanabteilung durch, dass die alte Version wieder zur offiziellen Hymne der Dortmunder erklärt wurde. Als der BvB 2004 und 2005 in der finanziellen Krise steckte, stimmten die Fans das Lied bei vielen Heimspielen in der neunten Spielminute an und sangees bis zur letzten Zeile.

Ganz gleich, was auch am Samstag für ein Lied aus der Heimkurve ertönen wird – wir müssen einfach lauter sein und unseren „wahren“ Borussen vermitteln, dass wir an einen Dreier im Dortmunder Fußballtempel glauben. Der letzte Sieg liegt schließlich schon etwas zurück (Saison 1997/1998!!!). Es wird also mal wieder höchste Zeit!

Die Deutsche Bahn setzt zum Spiel in Dortmund einen Entlastungszug ein:

Hinfahrt: MG Hbf: 15:35 Uhr, Gleis 4 Ankunft DO: 16:42 Uhr
Rückfahrt: DO Hbf: 21:19 Uhr, Gleis 26 Ankunft MG: 22:25 Uhr

Auf der Rückfahrt hält der Zug in Duisburg, Krefeld und Viersen.